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Stirbt die Gitarre einen langsamen Tod?
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startom Offline
Administrator
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Beiträge: 4,084
Registriert seit: Sep 2002
FT 2006 in Neuerburg FT 2007 in Bergneustadt FT  2008  in Mannenbach - CH FT 2010 in Wolfshausen FT 2011 in Achenkirch - AT FT 2012 auf Burg Waldeck FT 2013 in Hattingen FT 2014 in Bliensbach FT 2015 in der Ahrhütte FT 2017 in Kastellaun FT 2018 in Sonsbeck
Beitrag #31
 
Ich habe nur den Einstiegspost sorgfältig durchgelesen und ein paar weitere Kommentare überflogen.

Meine Meinung zum Thema: Stirbt die Gitarre einen langsamen Tod?

Das Gegenteil ist der Fall. Zurzeit erlebe ich einen wahren Gitarren-lernen-Boom bei uns in der kantonalen Musikschule. Die Schüler sind sehr motiviert, talentiert und lernen meiner Meinung nach sogar mit mehr Freude als zu meinen Zeiten.

Warum das so ist? Ganz einfach! Heute ist es hip, von Anfang an dasjenige Instrument zu lernen, das man spielen will. E-Gitarre? No problem!

Die Musiklehrer haben in den letzten 30 Jahren in Sachen Methodik und Didaktik Quantensprünge durchgemacht. Heute wird viel mehr auf den Schüler und seine Interessen eingegangen. Früher hat man Lehrplan XYZ fix durchgezogen.

Das alles erlebe ich als festangestellter Gitarrenlehrer im Teilzeitpensum mit zurzeit 16 Schülern im Alter von 9 - 37 Jahren.

Und jetzt, lieber Smud, würde ich gerne die Beweisführung und Argumentation für deine These, die ein kleines bisschen als nicht fundierte Verallgemeinerung daherkommt, verstehen. Ueberzeuge mich.

Vielleicht sind die Schweizer Lehrer und Schüler kulturell komplett anders als diejenigen in den Nachbarländern. Wink

If you think you are too old to rock then you are!

Tom
[Bild: flag11.gif]
http://www.mk-schule.ch
09-01-2014 19:19
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Jemflower Offline
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Beitrag #32
 
Wenn ein Tod der Gitarre zu fürchten wäre, dann eher durch die steigende Popularotät von Musikrichtungen, die entweder ohne Gitarre oder ganz ohne Instrumente auskommen. In der Doku \"It might get loud\" erzählte der Gitarrist Jack White, dass in der Gegend wo er groß geworden ist, das Instrument lernen als uncool galt.

Durch eine steigende Anzahl an Autodidakten wird kein Instrument aussterben.

Gruß
Laura



PS: Endlich mal wieder eine richtige Diskussion hier Thumbs

http://www.raggle-taggle-gypsies.de/
http://www.rottenfaenger.de
09-01-2014 19:27
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Jemflower Offline
Moderator
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Beitrag #33
 
@Startom

Wenn das so ist (mit den Quantensprüngen) dann fände ich das toll. Gut wäre, wenn Lehrer ihren Schülern immer wieder Freiräume zum selbst entdecken zeigen. Wie cool eine Tonleiter ist, merkt man nämlich, wenn man eine Melodie sucht oder ein Solo spielen will.
Wenn man immer nur Vorgegebens wiederkäuen muss, verlieren kreative Menschen jede Motivation. Durch Abschreiben und Diktat lernt man auch nicht eigene Texte zu verfassen.

http://www.raggle-taggle-gypsies.de/
http://www.rottenfaenger.de
09-01-2014 19:48
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cottonman Offline
Solist
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Beitrag #34
 
Haette der Mozart doch nur das gespielt, was sein Musiklehrer ihm beibringen wollte........

Dann muesste ich heute nicht dieses bloede selbstausgedachte Zeugs hoeren,

Tztztz... improviesieren......grausam.

saludos

Life' s a bitch, and then you die.
10-01-2014 00:47
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Smud Offline
Kammbläser
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Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #35
 
Zitat: Original von cottonman:
Haette der Mozart doch nur das gespielt, was sein Musiklehrer ihm beibringen wollte........

Dann muesste ich heute nicht dieses bloede selbstausgedachte Zeugs hoeren,

Tztztz... improviesieren......grausam.

saludos



Ohne Unterricht hätte er gar nichts gespielt.

Tztztz ... ein Instrument lernen und spielen können ... grausam.
10-01-2014 07:59
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Smud Offline
Kammbläser
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Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #36
 
Zitat: Original von startom:
Ich habe nur den Einstiegspost sorgfältig durchgelesen und ein paar weitere Kommentare überflogen.

Meine Meinung zum Thema: Stirbt die Gitarre einen langsamen Tod?

Das Gegenteil ist der Fall. Zurzeit erlebe ich einen wahren Gitarren-lernen-Boom bei uns in der kantonalen Musikschule. Die Schüler sind sehr motiviert, talentiert und lernen meiner Meinung nach sogar mit mehr Freude als zu meinen Zeiten.

Warum das so ist? Ganz einfach! Heute ist es hip, von Anfang an dasjenige Instrument zu lernen, das man spielen will. E-Gitarre? No problem!

Die Musiklehrer haben in den letzten 30 Jahren in Sachen Methodik und Didaktik Quantensprünge durchgemacht. Heute wird viel mehr auf den Schüler und seine Interessen eingegangen. Früher hat man Lehrplan XYZ fix durchgezogen.

Das alles erlebe ich als festangestellter Gitarrenlehrer im Teilzeitpensum mit zurzeit 16 Schülern im Alter von 9 - 37 Jahren.

Und jetzt, lieber Smud, würde ich gerne die Beweisführung und Argumentation für deine These, die ein kleines bisschen als nicht fundierte Verallgemeinerung daherkommt, verstehen. Ueberzeuge mich.

Vielleicht sind die Schweizer Lehrer und Schüler kulturell komplett anders als diejenigen in den Nachbarländern. Wink

Erstmal vielen Dank für Deinen netten und sachlichen Kommentar.

Ich habe einem anderen Forumsmitglied meinen Text ausführlicher erklärt (obwohl ich nicht glaube, daß das notwendig war). Ich weiß nicht, ob Du den Text schon gelesen hast, aber ich poste ihn einfach nochmal:

Als ich dabei war, mein Thema zu verfassen, dachte ich darüber nach, ob ich einige meiner Aussagen extra erklären müßte, damit kein falscher Eindruck entsteht (es wird ja vieles sehr schnell mißverstanden und für übel genommen). Ich entschied mich dagegen, weil ich davon ausging, daß es nicht notwendig sei, jede einzelne Aussage auf die Goldwaage zu legen. Der Text beinhaltet alles, was ich sagen wollte (und das z.T. auch mit ironischem, scherzhaftem Unterton). Hätte nicht gedacht, daß man mich dennoch mißversteht. Das ist auch der Grund, warum ich erst dann präzisierte, als ich \"angegriffen\" wurde (womit ich - gerade in diesem Forum - nicht gerechnet hätte). Ich mußte mich geradezu verteidigen (mit diskutieren hat das nichts mehr zu tun).

Meine Behauptungen am Anfang des Textes sind wahr. Das Wort \"Hausmusik\" z.B. ist jeden ein Begriff. Damit meine ich: Zu Hause gemeinsam musizieren und natürlich auch das Instrument erlernen. Damals - lange Zeit vor und kurz nach dem 2. Weltkrieg - war es üblich, daß man ein Instrument lernte (Unterricht), in einer Musikschule oder privat (das war zu Mozarts Zeiten genauso). Das klingt vielleicht altmodisch und verstaubt, war aber so. Nur durch den Unterricht läßt sich ein Instrument \"beherrschen\" (habe ja schon erklärt was ich damit meine). Eines möchte ich damit jedoch nicht sagen, nämlich, daß man das muß. Aber EIGENTLICH (ich schreibe das Wort groß, nicht um laut zu werden, sondern um es der Wichtigkeit halber zu betonen) gehört zu einer Gitarren-Grundausbildung die Konzertgitarre. Wie gesagt: eigentlich. Man kann aber auch sofort zur E-Gitarre greifen. Nur dann verläuft das Ganze in eine andere Richtung (kommt schließlich auch auf den Musikgeschmack an).

Dennoch muß ich - und damit bin ich nicht allein - sagen, daß viele Gitarristen, zu denen wir aufschauen, \"eigentlich\" keine Grundausbildung genossen haben und sich kaum weiterentwickeln. Mit \"der beste Gitarrist\" hat das dann wenig zu tun und mit \"Instrument beherrschen\" noch weniger. Das war auch der Grund für mein Thema. Denn bei allem, was ich in den letzten Jahrzehnten gehört und gesehen habe (und auch hier bin ich nicht allein) blieb nicht viel übrig. Und wenn schon einige vergangene \"Generationen\" kaum etwas gelernt hatten und die heutige Generation (vor allem Jugendliche) diesen Generationen nacheifern, dann ist eine gewissen Tendenz abzusehen.

Mir scheint es so, als ob gerade die Gitarre einen unvorteilhaften Weg einschlägt. Das Klavier hingegen nicht und auch andere Instrumente nicht, sondern hauptsächlich die Gitarre. Sie ist nämlich ein Instrument, daß viel Freiheit schenkt (nicht nur, was den leichten Transport angeht), und noch wichtiger und aufälliger ist, daß die Gitarre eines der beliebtesten Instrumente ist. Das hat auch einen Grund: Rockbands. Es ist einfach \"cool\", um es mal aus der Sicht eines Jugendlichen zu sagen. Es ist auch kein Geheimnis, daß für viele Jugendliche (NICHT FÜR ALLE, ich betone wieder), Fleiß und Geduld nicht gerade zu ihren Stärken gehören. Man will alles so schnell wie möglich und das auch leicht, wenn´s geht. Ich bin jedoch der Meinung, daß es nicht der richtige Weg ist, sich selbst Gitarre beizubringen, nur weil es \"cool\" ist. Diese Beweggründe enden meistens in Resignation und Aufgabe.

Soviel zu meine, Text.

Nun zu Deiner bitte um Beweisführung.

Natürlich gab und gibt es immer eine Menge Kinder und Jugendliche, die das Gitarrenspielen erlernen wollen und Unterricht nehmen. Die Frage ist nur, wie viele dabei bleiben?

Die Gitarre ist eines der Instrumente, das am schwersten zu erlernen ist. Das ist auch der Grund, warum nur wenige durchhalten. Und diejenigen, die durchhalten, schlagen eine ganz andere Richtung ein als die Kinder und Jugendlichen, die sich selbst E-Gitarre beibringen, weil es cool ist. Denn die Konzertgitarre ist ein Instrument der Klassik (man kann natürlich auch andere Musikrichtungen auf ihr spielen), jedoch ist die Ausbildung klassisch. Wenn ein Schüler die Ausbildung abgeschlossen hat (keinen Lehrer mehr braucht), dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder er spielt in Konzerthäusern und reist um die Welt oder er sattelt auf die E-Gitarre um, gründet eine Band oder spielt in einer solchen auf der Bühne. Diese Entscheidung muß jeder für sich selbst treffen.

Meine eigentliche Aussage bezieht sich jedoch weniger auf die geringe Anzahl an Schülern, welche die klassische Ausbildung abgeschlossen haben und ihr Instrument dementsprechend beherrschen, sondern hauptsächlich auf die E-Gitarre und deren Verehrern, die eben NICHT soviel Zeit und Fleiß inverstieren wollen um ihr Instrument zu beherrschen. Denn es ist nicht die Klassik, die das Hauptinteresse an Musik weckt, sondern die populären Vertreter wie Rock, Punk, Metal und Pop. Deshalb orientieren sich auch die meisten an der E-Gitarre/Verzerrten E-Gitarre. Wer ist der \"coole\" Gitarrist? Hendrix, Angus und Stevie Ray Vaughan oder Andre Segovia, Narciso Yepes und Ana Vidovic? Hendrix war ein sehr durchschnittlicher Gitarrist, er hatte weder Gitarrenunterricht noch konnte er Noten lesen. Sein Können beschränkte sich auf einfache Blues Pentatonik (und das ist jetzt nicht abschätzig gemeint). Ana Vidovic z.B. besaß als Kind schon mehr Können als Hendrix (ja, ich weiß, es handelt sich bei beiden um zwei ganz verschiedene Musikstile, aber wer von beiden beherrscht sein Instrument?), dennoch wird er als bester und/oder einflußreichster Gitarrist bezeichnet. Ich möchte auch keinesfalls behaupten, daß man die Gitarre derart beherrschen muß, um ein guter Gitarrist zu sein. Aber wenn es darum geht, ein Instrument zu meistern/beherrschen, dann hat das Wenige, was man sich selbst angeeignet hat, nichts damit gemeinsam. Aber genau diese Gitarristen werden nunmal als Vorbilder genommen.

Da - wie ich schon schrieb - die Rockmusik am polulärsten ist und dadurch fast ausschließlich die E-Gitarre bevorzugt wird - kann man sich vorstellen, welchen Weg ein Jugendlicher einschlagen wird. Und wenn man sich dann noch vor Augen hält, daß selbst die alten Gitarrenhelden langsam aussterben, naja ...

Schau Dir mal Tokio Hotel an: Tom Kaulitz hat noch nie ein \"richtiges\" Solo gespielt (nicht abschätzig gemeint); sein Spiel beschränkt sich auf rhythmisches Anschlagen, mit dem er ein paar Tonwechsel erzeugt (suche bei YouTube nach Tom Kaulitz Solo, dann wirst du es hören). Tokio Hotel ist sehr beliebt ... Du weißt, was ich damit sagen will. Bei vielen anderen Bands ist es ähnlich, viele Noten, aber kein Gefühl und auch kein eigentliches Können. Zudem geht es oft nur um die Show, wer cool rüberkommt, kann sogar seine Gitarre zerschmettern oder in Brand setzen. Das Ganze führt meiner Meinung nach in die Falsche Richtung.

Ja, es gibt sie noch, die eifrigen, talentierten Gitarrenschüler un ddie wird es auch immer geben, keine Frage. Bei der E-Gitarre scheint das jedoch anders zu sein. Denn wer beherrscht die größen Bühnen?

Das hier bedeutet (neben der Klassik) Gitarre beherrschen: http://youtu.be/zJXHfdeeGag
10-01-2014 09:46
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Smud Offline
Kammbläser
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Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #37
 
Zitat: Original von Elke07:
Zitat: Original von Smud:


Gitarrenneuling: \"Leute, ich habe drei Powerchords gelernt.\" Schlagzeuger: \"Cool, laß uns ´ne Band gründen.\"
Wie traurig und still wäre diese Welt, wenn es diese Leute nicht geben würde....


Wenn man diese Art von Musik nicht mag, muss man sie nicht anhören.
Toleranz ist gefragt - in ALLEN Lebensbereichen!!!

Wenn Musiker überhaupt kein Talent haben und nur Lärm produzieren, was hat das dann mit Musik zu tun? Ich meinte damit Schüler, die nichts können und mit viel Gescheppere ins Mikrophon schreien. Übrigens: das war nur eine scherzhafte Aussage, die einen Funken Wahrheit beinhaltet :look:
10-01-2014 09:58
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beiträge: 13
Registriert seit: Dec 2007
Beitrag #38
 
Naja,
Musik aus der Sicht des Hörers folgt halt nicht dem Gedanken \"höher, weiter, schneller\". Es ist dem Hörer vordergründig erst mal egal, ob das Spiel technisch anspruchsvoll ist, ob polyrhythmisch oder was auch immer.
Noten für den technischen oder künstlerischen Wert vergeben Musiker und nicht Musikhörer mit geringerer musikalischer Ausbildung.
Musik ist ein Kommunikationsmittel wie die Sprache.
Statt Sachebene wird halt mehr Gefühlsebene transportiert.
Schlimm, wenn man jedem die Sprache verbieten wollte, der sich nicht wie eine Hobby- Germanist artikuliert.
Schlimm, wenn man jedem die Benutzung des Fussgängerweges ohne Sportabzeichen verbieten wollte.
Schlimm wenn nur gute Rallyfahrer bestimmen, wie man sich im Strassenverkehr bewegen soll.

Die Freude an selbstgemachter Musik ist etwas Positives. Die heutige Musik sollte man nicht aus der
Sicht humanistisches Bildungsideale beurteilen.
Der Elfenbeinturm, auf den sich viele E-Musik Fans begeben haben ist die wahre Bedrohung, nicht der unkomplizierte Zugang der Jugend zur Musik.
klassik ist bei vielen heute so uncool, weil man elitär und abgrenzend daherkam.

Wenn dann der Musikhörer sich trotzdem ein bisschen der Klassik öffnet, dann interessiert er sich häufig nur für die bekanntesten Sätze und nicht für ein ganzes Werk. Wenn das Ganze dann noch in irgendeinem Sampler vermarktet wird, dann wird diese Musik vom ernsthaften Klassiker als Semi-Klassik verstossen. Sowas hört man sich nicht an.
Mit dem Jazz oder Samba/Bossa ist es nicht besser.
gute Musik muss schwerer verdaulich sein.

Trotzdem würde ich ein Konzert mit Kaulitz und Konsorten leichter überstehen als eine Wagner Oper. Anderen Opernbesuchern geht es nicht besser als mir. Die klatschen auch nur bei den drei bekannten Ouvertüren, ansonsten hoffen sie, dass der Bariton es endlich schafft die Sopranistin zu vergiften.
Für mich war Hendrix ein Genie, während Vivaldi Kompositionen meist einfachstes Aneinanderreihen von Arpeggien sind. Beide haben Ihre Daseinsberechtigung. Lass die Schüler mit 2 Akkorden auskommen. Ab und zu hauen sie dann noch den dritten dazu, um die Mädels zu beeindrucken. Hauptsache es macht Spass.

Und dann stellen sie fest, dass sie mehr können und wissen wollen und und lernen bei Startom weiter.
Der kann Ihnen Jimmy Hendrix ohne den umweg über Bach und Kontrapunkt beibringen.

Ich spiele gerne Klassik um mich zu erden. Ich nehme aber auch gerne die E Gitarre zur Hand und rocke. Aber ich verstehe, dass die meisten auf Klassik keinen Bock mehr haben.
10-01-2014 11:41
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Eifeljanes Offline
Godfather of Music
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Beitrag #39
 
Zitat:Die Gitarre ist eines der Instrumente, das am schwersten zu erlernen ist.
Einspruch! Wenn man nicht gerade Deine „wahren“ Maßstäbe ansetzt, dann ist Gitarre sogar super-simpel. Auf welchem anderen Instrument schaffte es denn ein musikalisch betrachtet talentfreier Stümper wie ich, innerhalb von 3-4 Tagen eine Handvoll Songs zumindest halbwegs anhörbar zu einer CD aus dem Lehrbuch mitspielen zu können?! Ja okay, zunächst waren das nur drei Akkorde (und die auch noch eine ganze Weile reichlich schief) – aber mir reichte das seinerzeit. Nach zehn Jahren kann ich inzwischen schon mehr als acht Akkorde – und auch das reicht mir!
“Five strings, two notes, two fingers and one asshole.” (Keith Richards)
Zitat:Hendrix war ein sehr durchschnittlicher Gitarrist, er hatte weder Gitarrenunterricht noch konnte er Noten lesen.
Jetzt wird’s wirklich amüsant… Komisch nur, dass hier wahrscheinlich 95% der Members mit dem Namen der Niete Hendrix etwas anfangen können und mit der wahnsinnig begabten Frau Vidovic vielleicht 5%. Kann es vielleicht etwas damit zu tun haben, dass der „beschränkte“ Hendrix durch spielerische und technische Innovoationen, sein Feeling, sein Auftreten (ja, auch das macht zumindest einen Rockgitarristen aus!) und sein Gespür für gute Songs da etwas nachhaltiger gewirkt hat als es die ach-so-perfekte Frau Vidovic bisher geschafft hat?
Zitat:Schau Dir mal Tokio Hotel an: Tom Kaulitz …
Wie bereits öfters festgestellt, fehlt in diesem Forum ganz dringend ein Ironie-Smiley.
Zitat:Das hier bedeutet (neben der Klassik) Gitarre beherrschen: http://youtu.be/zJXHfdeeGag
Amen! Nur: Wenn ich bei diesem, wohl nicht nur nach Deinen „wahren“ Maßstäben sicher „guten“ und mit reichlich Ausbildung und Instrumentenbeherrschung ausgestatteten Gitarristen ins Konzert gehen würde, dann würde ich mich zur Sicherheit etwas zum Lesen mitnehmen. Ich finde diese reine Technik-Wichserei nämlich langweilig.

(Bitte bei allen Aussagen von mir immer einen Zwinker-Smiley dazu denken – ich mein das alles ernst, wenn auch nicht so todernst, wie andere es offenbar tun...)

Justin Bieber: "God sent me to sing." Keith Richards: "No, I did not."
10-01-2014 12:11
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Smud Offline
Kammbläser
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Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #40
 
Zitat: Original von Hanjo:
Naja,
Musik aus der Sicht des Hörers folgt halt nicht dem Gedanken \"höher, weiter, schneller\". Es ist dem Hörer vordergründig erst mal egal, ob das Spiel technisch anspruchsvoll ist, ob polyrhythmisch oder was auch immer.
Noten für den technischen oder künstlerischen Wert vergeben Musiker und nicht Musikhörer mit geringerer musikalischer Ausbildung.
Musik ist ein Kommunikationsmittel wie die Sprache.
Statt Sachebene wird halt mehr Gefühlsebene transportiert.
Schlimm, wenn man jedem die Sprache verbieten wollte, der sich nicht wie eine Hobby- Germanist artikuliert.
Schlimm, wenn man jedem die Benutzung des Fussgängerweges ohne Sportabzeichen verbieten wollte.
Schlimm wenn nur gute Rallyfahrer bestimmen, wie man sich im Strassenverkehr bewegen soll.

Die Freude an selbstgemachter Musik ist etwas Positives. Die heutige Musik sollte man nicht aus der
Sicht humanistisches Bildungsideale beurteilen.
Der Elfenbeinturm, auf den sich viele E-Musik Fans begeben haben ist die wahre Bedrohung, nicht der unkomplizierte Zugang der Jugend zur Musik.
klassik ist bei vielen heute so uncool, weil man elitär und abgrenzend daherkam.

Wenn dann der Musikhörer sich trotzdem ein bisschen der Klassik öffnet, dann interessiert er sich häufig nur für die bekanntesten Sätze und nicht für ein ganzes Werk. Wenn das Ganze dann noch in irgendeinem Sampler vermarktet wird, dann wird diese Musik vom ernsthaften Klassiker als Semi-Klassik verstossen. Sowas hört man sich nicht an.
Mit dem Jazz oder Samba/Bossa ist es nicht besser.
gute Musik muss schwerer verdaulich sein.

Trotzdem würde ich ein Konzert mit Kaulitz und Konsorten leichter überstehen als eine Wagner Oper. Anderen Opernbesuchern geht es nicht besser als mir. Die klatschen auch nur bei den drei bekannten Ouvertüren, ansonsten hoffen sie, dass der Bariton es endlich schafft die Sopranistin zu vergiften.
Für mich war Hendrix ein Genie, während Vivaldi Kompositionen meist einfachstes Aneinanderreihen von Arpeggien sind. Beide haben Ihre Daseinsberechtigung. Lass die Schüler mit 2 Akkorden auskommen. Ab und zu hauen sie dann noch den dritten dazu, um die Mädels zu beeindrucken. Hauptsache es macht Spass.

Und dann stellen sie fest, dass sie mehr können und wissen wollen und und lernen bei Startom weiter.
Der kann Ihnen Jimmy Hendrix ohne den umweg über Bach und Kontrapunkt beibringen.

Ich spiele gerne Klassik um mich zu erden. Ich nehme aber auch gerne die E Gitarre zur Hand und rocke. Aber ich verstehe, dass die meisten auf Klassik keinen Bock mehr haben.

Darum geht es nicht. Viele wollen Spaß haben, können aber nichts spielen. Und Mädels beeindrucken hat mit dem beherrschen eines Instruments nichts zu tun. Das ist nämlich einer der Gründe, warum es immer weniger Musiker gibt, welche die E-Gitarre richtig spielen können. Man will halt \"cool\" sein. Und das sind dann hauptsächlich die Leute, die später - wenn sie überhaupt dabei bleiben - nichts gelernt haben.

Niemand soll mit trockener Theorie und verstaubter Klassik gequält werden. Aber ohne Technik und andere Elemente, die für das Erlernen der Gitarre notwendig sind, wird man auf der Stelle treten und gar nichts können. \"Ein unkomplizierter Zugang zur Musik\" wird nicht dadurch erreicht, daß man den Neulingen gar nichts mehr beibringt.

Hendrix mit Vivaldi zu vergleichen, geht über das eigentliche Thema weit hinaus. Vivaldi gehört zu den alten Meistern der Klassik und ist ein gelernter Musiker, während Hendrix ein paar selbst angeeignete Standard Riffs spielte und mehr auf Show setzte. Er konnte weder singen noch sein Instrument beherrschen.

Viele wollen cool sein, aber spielen können die wenigsten.
10-01-2014 12:25
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Smud Offline
Kammbläser
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Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #41
 
Zitat: Original von Eifeljanes:
Zitat:Die Gitarre ist eines der Instrumente, das am schwersten zu erlernen ist.
Einspruch! Wenn man nicht gerade Deine „wahren“ Maßstäbe ansetzt, dann ist Gitarre sogar super-simpel. Auf welchem anderen Instrument schaffte es denn ein musikalisch betrachtet talentfreier Stümper wie ich, innerhalb von 3-4 Tagen eine Handvoll Songs zumindest halbwegs anhörbar zu einer CD aus dem Lehrbuch mitspielen zu können?! Ja okay, zunächst waren das nur drei Akkorde (und die auch noch eine ganze Weile reichlich schief) – aber mir reichte das seinerzeit. Nach zehn Jahren kann ich inzwischen schon mehr als acht Akkorde – und auch das reicht mir!
“Five strings, two notes, two fingers and one asshole.” (Keith Richards)
Zitat:Hendrix war ein sehr durchschnittlicher Gitarrist, er hatte weder Gitarrenunterricht noch konnte er Noten lesen.
Jetzt wird’s wirklich amüsant… Komisch nur, dass hier wahrscheinlich 95% der Members mit dem Namen der Niete Hendrix etwas anfangen können und mit der wahnsinnig begabten Frau Vidovic vielleicht 5%. Kann es vielleicht etwas damit zu tun haben, dass der „beschränkte“ Hendrix durch spielerische und technische Innovoationen, sein Feeling, sein Auftreten (ja, auch das macht zumindest einen Rockgitarristen aus!) und sein Gespür für gute Songs da etwas nachhaltiger gewirkt hat als es die ach-so-perfekte Frau Vidovic bisher geschafft hat?
Zitat:Schau Dir mal Tokio Hotel an: Tom Kaulitz …
Wie bereits öfters festgestellt, fehlt in diesem Forum ganz dringend ein Ironie-Smiley.
Zitat:Das hier bedeutet (neben der Klassik) Gitarre beherrschen: http://youtu.be/zJXHfdeeGag
Amen! Nur: Wenn ich bei diesem, wohl nicht nur nach Deinen „wahren“ Maßstäben sicher „guten“ und mit reichlich Ausbildung und Instrumentenbeherrschung ausgestatteten Gitarristen ins Konzert gehen würde, dann würde ich mich zur Sicherheit etwas zum Lesen mitnehmen. Ich finde diese reine Technik-Wichserei nämlich langweilig.

(Bitte bei allen Aussagen von mir immer einen Zwinker-Smiley dazu denken – ich mein das alles ernst, wenn auch nicht so todernst, wie andere es offenbar tun...)

Acht Akkorde ... ja, genau das meine ich. Glaubst Du, daß acht Akkorde ausreichen, um die Gitarre zu beherrschen? Es mag Dir Spaß machen, aber mit diesen Kenntnissen könntest Du nicht einmal bei AC/DC den Rhythmus-Part übernehmen (das ist nicht abwertend gemeint). Ich schreibe hier über das Beherrschen der Gitarre; ein paar Akkorde Schlaggitarre ist damit nicht gemeint.

Der Unterschied zwischen Hendrix und Vidovic:

1. Frau Vidovics Zuhörer nehmen keine Drogen (Scherz)

2. Frau Vidovic ist talentiert, hat das Gitarrespielen erlernt und beherrscht jenes Instrument meisterlich.

3. Frau Vidovic braucht ihr Instrument nicht in Brand zu setzen um Aufmerksamkeit zu erregen.

4. Frau Vidovic lebt noch, sie hat nicht Alkohol und Schlaftabletten konsumiert und ist nicht an ihrem Erbrochenen erstickt. Denn besonders dieser frühe Tod trug zum Kultstatus bei.

Hendrix erschien zur richtigen Zeit, das bedeutet: damals steckte die Rockmusik noch in den Kinderschuhen. Jeder, der auch nur ein wenig E-Gitarre spielen konnte, hatte die Chance, zum Helden ernannt zu werden. Wenn man dann noch ein paar wenige Techiken erfand, wurde man zum Genie. Der absolute Durchbruch kam aber erst durch einen frühen Tod. Es braucht nur ein paar Fans und schon ziehen die anderen mit (Mitläufertum). Ich habe nichts gegen Hendrix, aber ein Genie war er mit Sicherheit nicht. Kurzum: Die Popularität eines Musikers sagt nicht zwangsläufig etwas über sein Talent aus.

Tokio Hotel ist nur eine Band von vielen. Und ich bezweifel, daß es der eigenen Gitarrenausbildung nützlich wäre, wenn man sich das Können jener Bands zum Vorbild nimmt.

Technik*********? Der Mann hat ein paar Lieder gespielt und dabei einige Techniken angewand. Und? Was ist daran falsch? Das war nur ein Beispiel neben der Klassik. Sich beim Melodienspielen zu begleiten ist sehr schwer und die Grundvoraussetzung für das Gitarrenspiel, sowohl in der Klassik als auch in vielen anderen Musikstilen. Ich würde sagen, daß es die Zuschauer mehr langweilen würde, wenn ein Gitarrist nur 3 - 8 Akkorde spielen würde (Ironie Smilie wurde soeben unsichtbar aktiviert).
10-01-2014 13:01
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beitrag #42
 
Siehst Du Hendrix war für mich kreativ und Vivaldi ein simpler Arpeggienautomat.
Das mit Den Mädels war ein Scherz, die übersetzung von \"cool sein\".
Und wer mit fehlendem Können für Begeisterung und mitmachen sorgt, ist mir allemal lieber als der, der mit herer Kultur die Leute aus dem Saal vertreibt.

Vivaldi ist perfekte Fahrstuhlmusik, das ist Hendrix
AC/DC nicht. Der Rest ist Geschmackssache.
10-01-2014 13:09
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John-George Offline
Klampfer
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Beiträge: 105
Registriert seit: Mar 2005
Beitrag #43
 
Ich erkläre hiermit Hanjos Satz \"Hauptsache es macht Spaß\" zu 120 Prozent!

Ansonsten kann ich als alter Sack im Forum nur sagen, ich liebe solche Diskussionen! Sie arten oft aus, weil die Internet-Foren-Schreiberei oft so emotionslos daherkommt oder missverstanden wird. Würden wir miteinander Reden, wäre es besser.

Hendrix oder Heintje und das auch noch in relativen Prozenten? Ich als alter Schrammler kann wohl 0,5 von 20 von 50 Prozent. Gegeben habe ich gerade erst wieder 99 Prozent, die Kneipe blieb voll, wir hatten Spaß ohne Ende, haben zusammen gesungen, gelacht, nur etwas getrunken und nicht gesoffen und sind todmüde ins Bett gefallen.... Was für ein Abend bei geschätzten siebeneinhalb Akkorden.

Da standen gegen Schluss drei ausgewachsene Kerle vor mir, ich spielte Neil Young und die fingen an zu heulen. Ich habe gefragt warum. Die Antwort: \"Weißt du wie lange ich den Titel nicht gehört habe.... meine Frau hört Schlager, im Radio läuft der nicht mehr und die CD liegt irgendwo rum...\" - und wir hatten mit 0,5 von 20 von 50 Prozent noch viel Spaß zusammen!

Smud - du hast 11:25 nun nochmal reagiert. Hast du immer noch nicht verstanden? Cool sein, Weiber haschen? \"einer der Gründe, warum es immer weniger Musiker gibt, welche die E-Gitarre richtig spielen können\" Was soll diese Diskussion? Hast Du nie \"da unten\" angefangen Weiber zu begeistern? Da bist Du aber arm dran. Ich habe vor jedem Respekt, der sich musikalisch versucht und dazu noch in der Öffentlichkeit - auch wenn manches manchmal schräg klingt. Wie ist das beim Fußball?

Ich kenne \"gelernte\" Musiker, die ohne Notenblatt keine Melodie auf die Reihe kriegen und \"Schrammler\", die \"die Welt begeistern\". Ich beneide jeden, der es besser kann als ich, aber ich bin nicht neidisch. Ich kann, was ich kann und ohne Musiklehrern auf die Füße treten zu wollen - ich bezweifele, dass sie mich besser hinbekommen hätten, als ich jetzt bin. Meine Fingerfertigkeit hat Grenzen und kurz vor der Rente kann sich mein Kopf auch manches nicht mehr merken. Auch die Ohren lassen nach. Mein Spaß am Musizieren ist größer denje. Freunde und auch un-Bekannte hören gerne zu.

Übrigens glaube ich, dass sehr viele hier in der Forumsgemeinde auch nicht nach 100 Prozent streben, sondern eben aus Spaß an der Musik dabei sind. Sind das alles schlechte Leute? Konsequent wäre es dann eigentlich, dieses Forum zu schließen (oder diese auszuschließen). Bitte komme keiner auf diese Idee, ich habe hier schon viel gelernt!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes klassisches oder rockiges Wochenende und
erkläre hiermit nochmals Hanjos Satz \"Hauptsache es macht Spaß\" zu 120 Prozent!

Viele Grüße

Detlef

Auch gute Musik ist immer relativ!
10-01-2014 13:12
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Endpin Offline
Quetschklavier-Spieler
**

Beiträge: 92
Registriert seit: Mar 2013
Beitrag #44
 
\"... Er konnte weder singen noch sein Instrument beherrschen.\"



Einer der Zündfunkmoderatoren (der Zündfunk ist seit Jahrzehnten ne Institution im BR), glaube es war Karl Bruckmaier, definierte Rockmusik mal als die Kunst, mit geringsten Mitteln größtmögliche emotionale Wirkung zu erzielen. Das war in keiner Weise abwertend oder auch nur ironisch gemeint und trifft mMn den Nagel auf den Kopf.

Mit Maßstäben aus anderen Kunstgattungen kommt man da nicht weiter, wenn man der Sache gerecht werden will (wobei Dir, Smud, da offenbar auch noch ganz wesentliche Einsichten fehlen, denn z.B. eine Ana Vidovic mag vielleicht auf YT der Burner sein, aber ich kenne von ihr nicht eine einzige maßstäbliche Interpretation, mit der sie sich als Künstlerin ersten Ranges ausweisen würde). Btw lassen sich doch in der aktuellen Jazzszene die Folgen einer gründlichen Ausbildung, sogar auf Universitätsniveau, gut beobachten bzw. hören. Die Instrumentenbeherrschung, die Anzahl der notes per minute oder sonstwas hat insgesamt zwar Grade erreicht, daß es einem schier die Sprache verschlägt, aber wirklich mitreißende Musik wird in diesem Genre doch deshalb auch nicht häufiger als früher produziert, oder?

Ist übrigens eigentlich ein spannendes Thema (die rege Beteiligung zeigts ja), bei dem jeder seinen persönlichen Horizont ein bißchen erweitern könnte, was sicher gewinnbringender wäre, als ständig die gleichen, wenig durchdachten Aussagen zu wiederholen. LG, Endpin

bass, bässer, basso continuo
10-01-2014 13:37
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Smud Offline
Kammbläser
**

Beiträge: 71
Registriert seit: Jan 2014
Beitrag #45
 
Zitat: Original von John-George:

Ich erkläre hiermit Hanjos Satz \"Hauptsache es macht Spaß\" zu 120 Prozent!

Ansonsten kann ich als alter Sack im Forum nur sagen, ich liebe solche Diskussionen! Sie arten oft aus, weil die Internet-Foren-Schreiberei oft so emotionslos daherkommt oder missverstanden wird. Würden wir miteinander Reden, wäre es besser.

Hendrix oder Heintje und das auch noch in relativen Prozenten? Ich als alter Schrammler kann wohl 0,5 von 20 von 50 Prozent. Gegeben habe ich gerade erst wieder 99 Prozent, die Kneipe blieb voll, wir hatten Spaß ohne Ende, haben zusammen gesungen, gelacht, nur etwas getrunken und nicht gesoffen und sind todmüde ins Bett gefallen.... Was für ein Abend bei geschätzten siebeneinhalb Akkorden.

Da standen gegen Schluss drei ausgewachsene Kerle vor mir, ich spielte Neil Young und die fingen an zu heulen. Ich habe gefragt warum. Die Antwort: \"Weißt du wie lange ich den Titel nicht gehört habe.... meine Frau hört Schlager, im Radio läuft der nicht mehr und die CD liegt irgendwo rum...\" - und wir hatten mit 0,5 von 20 von 50 Prozent noch viel Spaß zusammen!

Smud - du hast 11:25 nun nochmal reagiert. Hast du immer noch nicht verstanden? Cool sein, Weiber haschen? \"einer der Gründe, warum es immer weniger Musiker gibt, welche die E-Gitarre richtig spielen können\" Was soll diese Diskussion? Hast Du nie \"da unten\" angefangen Weiber zu begeistern? Da bist Du aber arm dran. Ich habe vor jedem Respekt, der sich musikalisch versucht und dazu noch in der Öffentlichkeit - auch wenn manches manchmal schräg klingt. Wie ist das beim Fußball?

Ich kenne \"gelernte\" Musiker, die ohne Notenblatt keine Melodie auf die Reihe kriegen und \"Schrammler\", die \"die Welt begeistern\". Ich beneide jeden, der es besser kann als ich, aber ich bin nicht neidisch. Ich kann, was ich kann und ohne Musiklehrern auf die Füße treten zu wollen - ich bezweifele, dass sie mich besser hinbekommen hätten, als ich jetzt bin. Meine Fingerfertigkeit hat Grenzen und kurz vor der Rente kann sich mein Kopf auch manches nicht mehr merken. Auch die Ohren lassen nach. Mein Spaß am Musizieren ist größer denje. Freunde und auch un-Bekannte hören gerne zu.

Übrigens glaube ich, dass sehr viele hier in der Forumsgemeinde auch nicht nach 100 Prozent streben, sondern eben aus Spaß an der Musik dabei sind. Sind das alles schlechte Leute? Konsequent wäre es dann eigentlich, dieses Forum zu schließen (oder diese auszuschließen). Bitte komme keiner auf diese Idee, ich habe hier schon viel gelernt!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes klassisches oder rockiges Wochenende und
erkläre hiermit nochmals Hanjos Satz \"Hauptsache es macht Spaß\" zu 120 Prozent!

Viele Grüße

Detlef

Hallo, Detlef

\"Würden wir miteinander Reden, wäre es besser.\" Das unterstreiche ICH zu 120%.

Ja, Musik soll Spaß machen. Und viele Musiker - so wie Du - haben eine Menge Spaß. Aber leider hat das nichts mit meinem Thema zu tun.

\"Hast Du nie \"da unten\" angefangen Weiber zu begeistern? Da bist Du aber arm dran. \" Ich brauchte keine Gitarre, um Weiber zu begeistern ;D. Ich würde sagen, jemand, der dafür eine Gitarre braucht, ist arm dran.

\"Ich kenne \"gelernte\" Musiker, die ohne Notenblatt keine Melodie auf die Reihe kriegen und \"Schrammler\", die \"die Welt begeistern\".\" Ja, die gibt es und das ist eine tolle Sache. Aber auch das hat mit meinem Thema nichts zu tun.

Ich wollte nur fragen, ob die Gitarre einen langsamen Tod stirbt, weil es heutzutage kaum noch talentierte Gitarristen/Bands gibt. Du hast Deinen Spaß mit wenigen Akkorden - schön - aber mit diesem Können kannst Du keine Internationale Musikkarriere starten (was nicht heißen soll, daß Du das mußt). Es gibt nunmal Profi-Musiker, und wenn ich mir die ganzen Bands so anschaue/anhöre, dann fehlt mir auf, daß Können nicht mehr so vorhanden und gefragt ist wie damals. Heute muß man ein schräge Outfits haben, irgendwas verrücktes tun oder mit Skandalen Aufmerksamkeit erregen. Es muß laut sein, das Puplikum schreit um die Wette und übertönt sogar die Musik für die es Hunderte Euro bezahlt hat, manche kreischen so laut, daß sie umkippen. Was hat das noch mit Musik zu tun? Die Klampfe hängt bis unter die Knie (weils angeblich so cool aussieht) und von Können keine Spur. Die E-Gitarre ist zum Symbol des Rocks geworden, einer Musikrichtung, die heute kaum noch jemand beherrscht. Und genau diese Musiker werden zu Vorbilder der nächsten Generation von Gitarristen.
10-01-2014 13:39
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