Tja, da hab ich lange überlegt, ob ich da was zu schreibe. Mit ner Band hab ich schon lange nicht mehr gespielt. Und da war ich kein Frontmann.
Auf ne ganze Menge Erfahrung kann ich jedoch bezüglich Solokonzerten zurückblicken (wobei ich nicht sagen will, dass ich wirklich erfolgreich anmoderiere).
Ein Patentrezept kenne ich nicht. Ich denke aber, dass das entsprechende Füllen der Lücken zwischen den Stücken immens wichtig ist. Die Leute kommen eben nicht nur wegen der Musik, sondern weil sie unterhalten werden wollen. Einer, der auf deisem Gebiet für mich der absolute Meister ist, ist Tommy Emmanuel. Seine Moderationen und seine (auch nonverbale) Kommunikationen machen einen großen Teil seines Live-Erfolges aus.
Was kann man also tun: Ich habe vor meinen Konzerten nicht nur die Stücke geübt, sondern mir auch eine \"Dramaturgie\" überlegt. Das beinhaltet eben nicht nur die Auswahl und Reihenfolge der Stücke, sondern ganz bewusst auch die Ansagen und Überleitungen.
Bei Stücken, die von anderen sind, kann man zum Beispiel erzählen, wie man darauf gekommen ist und warum man das unbedingt spielen muss. Oder was der Musiker für ein toller Mensch ist.
Bei eigenen Stücken kann man eben auch erzählen, was der Anlass war, wann das entstanden ist.
Man kann durchaus auch was über sich oder die Band erzählen (Dass Niedecken den Major damals auf dem Pissoir kennengelernt hat ist für die Musik völlig belanglos, ist aber amüsant und füllt mal locker 2 bis 3 Minuten).
Man kann sich auch eine nette Geschichte ausdenken, die garnicht unbedingt wahr sein muss. (Gute Frage: Stimmt die Niedecken-Geschichte? Ehrlich gesagt - das ist mir völlig wurscht. Ich hab mich amüsiert)
Das Ganze heißt jetzt nicht, das man ewig rumschwallen soll oder Unfug erzählen. Wenn einem nichts Vernüftiges einfällt, kann man auch ganz einfach mal nix sagen oder bis 4 zählen. Nix ist fürchterlicher als ne lange Rede, die keinen interessiert. Und ich meine, es ist wichtig, authentisch zu sein. Aufgesetzter Witz von jemandem, der eigentlich ernst ist, wirkt komisch.
Und mal im Ernst: Es gibt Leute, die haben so was mit der Muttermilch aufgesogen. Aber die meisten müssen sowas erst mal lernen, zum Teil bei anderen lernen und abschauen und -wie ein Instrument, Tontechnik und alles andere - ... üben !
Sorry - wenig konkretes - aber hoffentlich ein Ansatz
Stefan
--
Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen kennen mich und die andern können mich (Adenauer)
Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen kennen mich und die andern können mich (Adenauer)
|