This forum uses cookies
This forum makes use of cookies to store your login information if you are registered, and your last visit if you are not. Cookies are small text documents stored on your computer; the cookies set by this forum can only be used on this website and pose no security risk. Cookies on this forum also track the specific topics you have read and when you last read them. Please confirm whether you accept or reject these cookies being set.

A cookie will be stored in your browser regardless of choice to prevent you being asked this question again. You will be able to change your cookie settings at any time using the link in the footer.


Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Bush oder Kerry?
Hetfield1985 Offline
Leadgitarrist
******

Beiträge: 364
Themen: 47
Registriert seit: Jun 2003
#15
 
hm, oje fuzzel, die definition der demokratie hast du ordentlich durcheinandergebracht (net falsch verstehen Wink ) :-D

demokratie ist griechisch und heißt volksherrschaft. das heißt, das volk ist souverän und herrscht über sich selbst. nun gibt es verschiedene ansätze, wie das vonstatten geht.
da gibt es meinungen von der direkten demokratie (beispiel schweiz, wo das ganze volk zu jedem gesetz abstimmt) über die indirekte demokratie (repräsentanten, also abgeordnete, werden in ein parlament gewählt) bis hin zu auswüchsen der anarchie, die irgendwo mit der direkten demokratie zu vergleichen ist, da im prinzip jeder über alles abstimmen kann (natürlich auch mit gravierenden unterschieden, denn die schweiz ist ja alles andere als anarchisch).

nun haben die usa eine etwas direktere demokratie als bei uns. namentlich heißt das system präsidialdemokratie, d.h. das volk wählt einen präsidenten, der de facto die meiste macht im staate hat. natürlich ist er durch die verfassung eingeschränkt (checks and balances), da es beispielsweise noch den kongress und den obersten gerichtshof gibt, wodurch er kontrolliert wird. alles in allem aber ist er entscheidend für die politik des landes. man könnte hier noch weiter ausführen, woher dieses system kommt etc, aber das lass ich mal. nun kann man in einem so großen land (etwas mehr als 250 millionen einwohner) einen einzigen mann nicht direkt wählen, vor allem nicht in zeiten, in denen es noch kein fernsehen oder radio gab (denn so alt ist die amerikanische demokratie schon, über 200 jahre, deshalb wird sie auch oft als die erste moderne demokratie bezeichnet). daher führte man die wahlmänner ein, die eine art zwischenstufe darstellen. diese wahlmänner sind dem volk eher bekannt als ein präsidentschaftskandidat, der irgendwo am anderen ende des kontinents lebt (beispielsweise einem wähler aus florida, während der kandidat aus californien kommt). an und für sich ist dieses system sehr gut ausgedacht, aber in der heutigen zeit, wo man mittels medien in jeden winkel der erde eine rede übertragen kann, wirkt dieses wahlmännergremium anachronistisch und veraltet. dennoch existiert es und erfüllt seinen zweck schon seit über 200 jahren. dass dabei oftmals überraschende erdrutschsiege für einen kandidaten zustande kommen, liegt daran, dass eben der kandidat, der mindestens 51% der stimmen erhält, im endeffekt alle wahlmänner des staates gewinnt. es ist zwar hart, aber auch gerecht, da er mit recht behaupten kann, die mehrheit hätte ihn gewählt (dieses system des mehrheitswahlrechts gibt es übrigens auch bei uns mit der erststimme).

aber blicken wir einmal nach deutschland. hier herrscht eine andere form der demokratie: die indirekte oder parlamentarische demokratie. hier ist der bundestag, also das parlament, das wichtigste organ im staat. man hat bewusst auf eine starke stellung des bundespräsidenten (der im übrigen von der bundesversammlung, einer delegation aus bundestag und landtagen gewählt wird und eigentlich nichts mit der parteipolitik am hut haben sollte) verzichtet, da man in der weimarer republik einige bittere erfahrungen damit gemacht hat, aber auch das würde nun den rahmen sprengen. auf jeden fall wählt der bundestag die regierung, darunter auch der bundeskanzler, der von seiner funktion in etwa vergleichbar ist mit dem amerikanischen präsidenten. daraus ergibt sich aber auch ein anderes wahlsystem. denn bei uns gibt es zur bundestagswahl die erst- und zweitstimme. die erststimme ist für einen direktkandidaten und funktioniert nach dem mehrheitsprinzip, wie bereits oben erklärt. die zweistimme ist für die landesliste einer partei. daraus (aus der zweitstimme nämlich) ergibt sich die prozentzahl, die du angesprochen hast. mit der erststimme werden für den bundestag die 300 direktkandidaten, mit der zweitstimme die 300 listenkandidaten gewählt, so dass insgesamt 600 leute im parlament sitzen.
im übrigen hat unser politisches system einige dinge der amerikanischen verfassung übernommen (man denke nur an den bundestag/bundesrat und senat/repräsentantenhaus).

du siehst also: es gibt nicht \"die demokratie\". und deshalb sind sowohl die usa als auch die bundesrepublik deutschland demokratische länder. und damit meine ich wirklich legitim demokratische länder, im gegensatz dazu, wie es die ddr war.

doch nun zur frage bush/kerry:
ich würde für bush stimmen. allein deshalb schon, weil ich michael moores reaktion gern sehen würde, wenn bush gewinnt Wink denn was will er tun? ein drittes mal darf bush nicht kandidieren und für ein impeachment-verfahren wird es wohl nie genügend beweise geben (im gegensatz zu clinton...).
aber außerdem denke ich, dass bush nach den vorfällen vom 11. september 2001 richtig reagiert und sein volk gut geführt hat. ebenfalls bin ich von der richtigkeit des irak-einsatzes überzeugt (dies zu begründen würde aber wiederum einen ganzen post benötigen).
zumal ich denke, dass kerry keine wirklich neue alternative wäre, da ich es mit dem satz \"in den usa gibt es rechts und ganz rechts, d.h. konservativ\" halte. also wäre kerry maximal bereit dazu, minimale kurskorrekturen vorzunehmen, nicht jedoch, den kurs radikal ändern. aber wieso überhaupt ändern? mich stört es nicht.
--
\"Theory is a waste of time. Dorian modes are for technically anal boys with bad values. Make up your own music.\" - Kurdt Cobain


\"Charles Bronson tritt immer nur dann in Aktion, wenn all seine Lieben brutal abgeschlachtet worden sind.\" - Al Bundy
27-10-2004, 02:26
Suchen Zitieren


Nachrichten in diesem Thema
RE: Bush oder Kerry? - von RodLovesYou - 23-10-2004, 12:02
[Kein Betreff] - von matten - 23-10-2004, 12:36
[Kein Betreff] - von redhische - 23-10-2004, 12:44
[Kein Betreff] - von Gitarrenmaedchen - 23-10-2004, 13:27
[Kein Betreff] - von graf_zahl - 23-10-2004, 13:44
[Kein Betreff] - von ghetto - 23-10-2004, 16:56
[Kein Betreff] - von usignolo - 24-10-2004, 02:44
[Kein Betreff] - von hoggabogges - 24-10-2004, 08:40
[Kein Betreff] - von fuzzel - 24-10-2004, 12:39
[Kein Betreff] - von Little_Mama - 24-10-2004, 14:16
[Kein Betreff] - von fuzzel - 24-10-2004, 15:02
[Kein Betreff] - von wotan - 26-10-2004, 17:30
[Kein Betreff] - von Georgio - 26-10-2004, 17:38
[Kein Betreff] - von Mulder - 26-10-2004, 17:54
[Kein Betreff] - von Hetfield1985 - 27-10-2004, 02:26
[Kein Betreff] - von n0fx - 27-10-2004, 13:36
[Kein Betreff] - von to_refuse - 27-10-2004, 17:18
[Kein Betreff] - von Aldo - 27-10-2004, 17:58
[Kein Betreff] - von kyra - 27-10-2004, 18:23
[Kein Betreff] - von Hetfield1985 - 27-10-2004, 18:32
[Kein Betreff] - von kyra - 27-10-2004, 18:46
[Kein Betreff] - von der KAY - 27-10-2004, 20:06
[Kein Betreff] - von graf_zahl - 27-10-2004, 21:20
[Kein Betreff] - von cat - 27-10-2004, 22:00
[Kein Betreff] - von Hetfield1985 - 27-10-2004, 23:46
[Kein Betreff] - von Aldo - 28-10-2004, 00:07
[Kein Betreff] - von kyra - 28-10-2004, 16:43
[Kein Betreff] - von Aldo - 28-10-2004, 18:20
[Kein Betreff] - von Hetfield1985 - 28-10-2004, 19:02
[Kein Betreff] - von kyra - 28-10-2004, 20:02
[Kein Betreff] - von Hetfield1985 - 29-10-2004, 01:50
[Kein Betreff] - von wotan - 29-10-2004, 21:00
[Kein Betreff] - von Aldo - 30-10-2004, 10:04

Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Kontakt | Impressum | gitarrenboard.de | Nach oben | | Archiv-Modus | RSS-Synchronisation