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Eure Fragen: was ist eigentlich dorisch?
gitwork Offline
Barree-Künstler
*******

Beiträge: 469
Themen: 35
Registriert seit: Feb 2004
#13
 
@ralfi

freut mich, dass du so neugierig bist...

die Modes (Kirchentonleitern) haben schon einen praktischen Nutzen, der nachvollziehbar ist. Jedes Tonmaterial erzeugt einen ganz bestimmten Sound:

Hör sie Dir erstmal als Akkordklänge an:

Dorische Akkorde (moll+gr Sexte

Dm6 = XX0201
Am6 = X02212
Em6 = 022020

Lydische Akkorde (Dur + übermässiger Quarte)

Fmaj7#11 = 132200 / xx3455 / xx3200
Gmaj7#11 = 3x442x / xx5677

phrygische Akkorde (moll + kl Sekunde)

Em b9 = 022001

wenn diese Klänge deine Phantasie und Kreativität anregen, benutze sie, wenn nicht - brauchst du dich auch nicht mit ihnen beschäftigen. In vielen Stilistiken spielen die Modes kaum eine Rolle.
als Hörbeispiele Modaler Musik kann ich empfehlen:

aktuelle Bands
Metallica
System of a down

Jazz
Bill Evans (jazz-Pianist-Komponist 60er Jahre)
Miles Davis (ab \"kind of blue\")
John mc.Laughlin (\"shakti\")

klassische Indische Musik (egal was, alles ist dort modal organisiert)
klassische Balinesische Musik (Gamelanorchester)

Steve Reich, Phil Glass (Minimal Music)
Claude Debussy (impressionismus)


Modal organisierte Musik kommt mit sehr wenig Begleitakkorden aus. Ähnlich wie bei indischen Ragas bleibt die Begleitung sehr oft einige Zeit auf einem Akkord stehen. Damit dass nicht langweilig klingt, spielt die Band sogenannte \"Vamps\" oder \"ghost changes\"
d.h. kleine Akkordveränderungen und Bassriffs, die aber auf einen Grundakkord bezogen bleiben.
Der Solist hat somit eine enorme Freiheit nach Herzenslust mit der entsprechenden Skala zu improvisieren. Am besten klingt dass, wenn er die entscheidenden Töne (bei dorisch: kl Terz, gr Sexte) an wichtigen Stellen hervorhebt.

im Thread \"modale impro in der Praxis\" gebe ich konkrete spielpraktische Hilfen.

gw







--
[Bild: faust.gif] Manifest des harmonischen Proletariats
25-03-2004, 15:48
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