ups, ist a weng länger geworden.... ;D
Na ja, vieleicht: Harmonie für Fortgeschrittene.
Im mikroskopisch kleinen Bereich kann man es aber auch für die einzelnen Akkorde austesten. (so machen es u.a. die Jazzer)
Die Fragestellung ist da nur eine andere:
Ich habe einen Akkord, welche Tonart (Leiter, Skala) passt dazu?
Mann könnte jetzt versuchen 84 Skalen zu lernen (12 Töne mal 7 verschiedene Modis) was absolut übertrieben ist. Viel einfacher ist es meines Erachten nach, die Durtonleiter sicher zu beherschen, und sich bei jeden Modus (bzw. Akkord) zu Fragen: Welche normale Dur-Skala hat eigentlich die gleichen Töne wie die Skala, die ich gerade spielen will. (Álso immer ein zurückrechnen auf die Dur-Tonart.) Der eigentümliche Charakter ergibt sich dann fast von selbst. (s.u.)
Nehmen wir mal den D-Moll Akkord
- Man kann mit den Tönen der C-Dur-Tonleiter darüber improvisieren: Dann haben wir einen dorischen Charakter. (Natürlich nur für diesen Ausschnitt, in dem der D-Moll-Akkord gespielt wird.)
Der D-Moll-Akkord ist in der C-Dur-Tonleiter die zweite Stufe (einfaches Abzählen: C, D). Man kann vereinfacht sagen: 2. Stufe einer Dur-Tonleiter = dorisch. Bei einem e-moll müßte ich mit den Tönen der D-Dur Tonleiter spielen, beim a-moll mit der G-Dur Tonleiter etc. etc. etc. Alles Varianten klingen dann dorisch.
- Wenn wir mit den Tönen der F-Dur-Tonleiter über den D-Moll Akkord improvisieren haben wir einen äolischen Charakter.
Der D-Moll-Akkord ist in der F-Dur-Tonleiter die 6. Stufe (Abzählen: F G A B C D).
- Wenn wir über den D-Moll mit der B-Dur Tonleiter improvisieren, dann hat das ganze einen phrygischen Charakter. (mal kurz abgezählt: B C D = 3. Stufe)
Exemplarisch für die C-Dur Tonleiter:
Ton | Stufe | Skala | Typischer Durakkord |(Lernhilfe)
- C = 1 Stufe = jonisch = C (maj7)
(oder ionisch für die Lateiner, wegen dem Cj7 nehme ich aber lieber das J)
- d = 2 Stufe = dorisch = dm (7)
(kann man sich wegen dem d - orisch einfach merken)
- e = 3 Stufe = phrygisch = em (7)
(klingt nach E - s - p - ana = Spanien)
- F = 4 Stufe = lydisch = F (maj7)
(wie der F- rauenname L-ydia)
- G = 5 Stufe = mixolydich = G (7)
(In einfachen Liedern kommt der 7er Akkord nur einmal, und zwar als 5 Stufe vor, aber Vorsicht beim Rock/Blues/Liedern im Moll: da MIX-t man manchmal die 7)
- a = 6 Stufe = äolisch = am(7)
(wieder einfach zu merken wegen dem a-eolisch. Das entspricht in etwa unserem ganz gewöhnlichen Moll)
- h = 7 Stufe = lokrisch = hm-5 (bzw. 7/-5)
(hört sich ziemlich exotisch (oder teuflisch gut) an und kommt eher seltener vor. )
Der Name der letzten Skala leitet sich von Loki ab; dem germanischen Gott, der immer für Unruhe und Verwirrung gesorg hat. Die anderen Namen leiten sich von Volksgruppen ab, die im alten Griechenland mal von interesse waren. Die Benennung ist aber eher willkürlich. Nur bis jetzt gibt es keine besseren, und irgendwie muß man sich ja verständigen...
- Bei uns hier fangen ja die meisten Lieder mit der ersten Stufe an, (jonisch oder einfacher unser typisches Dur). Beispiel: na, alle unsere Lieder in Dur...
- Lieder die auf der zweiten Stufe anfangen klingen für uns fast mittelalterlich. Aber in Irrland (Herr der Ringe läßt grüßen) kommt es viel häufiger vor. Beispiel: What shall we do whith the drunken sailor...
- Lieder auf der dritten Stufe klingen für uns nach Spanien oder nach Orient.
- Lieder auf der vierten Stufe kenne ich jetzt keines, aber vielleicht kennt ihr ein passendes. Melodiephrasen auf der vierten Stufe klingen oft fließend, leicht melancholisch...
- Die fünfte Stufe finden wir oft als einen Teil irgendeines Liedes, der ein Gegenstück zur Grundtonart (in Dur) bildet. Im Rock und Blues sehr beliebt, weil es so richtig voranntreibend fetzig klingt.
- Lieder auf der sechsten Stufe sind unser typischen Moll-Lieder.
Aber Moll hatt noch so seine Tücken, die uns öfter schon mal begegnen können. Rein rechnerisch hätte man, wenn man 5 Stufen weiterzählt (mal einfach für A-Moll ausgerechnet: a h c d e) phrygisch (Also wieder die Töne der C-Dur Tonleiter). Das klingt aber für einige Lieder recht lam. (Griff-Folge am, dm, em, am). Da macht man dann aus dem em ein E7 und aus der Griff-Folge wird: am, dm, E7, am. (ist euch bestimmt schon mal untergekommen). Das der E-Akkord ist also nicht mehr phrygisch (laut Tabelle) sondern mixolydisch (die Töne der A-Dur Tonleiter) und es klingt etwas feziger.
- Lokrisch (also die 7 Stufe) kommt eigentlich nur selten vor. Er ist ehrer für die Jazzer und Hardrocker etc.. von interesse.
Experimente für Zuhause (Anfängerniveau!):
Du improvisierst ein wenig mit den Tönen der C-Dur-Tonleiter.
Als Bass-Ton spielst Du mal den C. (= jonisch) mal die leere D-Saite (=dorisch) mal die leere A-Saite (= äolisch) mal die leere E-Saite (=phrygisch)
Das heißt jetzt nicht, das es nicht noch 1000 andere Möglichkeiten gibt, über einen Akkord zu improvisieren... [blabla...] sondern es kann für diejenigen eine Hilfe sein, die das Übliche suchen. Ich habe mir sagen lassen, dass dieses häufiger vorkommen soll. ;D
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Durchhalteparole aus
michaels-gitarrenkurs :
\"Das sollst du nicht können, das sollst du lernen!\"