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Songanalyse
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Butterfly* Offline
Stehgeiger
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Beitrag #1
Songanalyse
ich weiß jetzt nicht so genau, ob ich im richtigen Board bin... falls nicht einfach verschieben!

ich habe hier etwas gefunden und angehört. ich habe nicht mal die Hälfte verstanden, aber es gibt hier ja durchaus Menschen die richtig Ahnung von Musik(theorie) haben.
vielleicht interessiert es den einen oder anderen.

"Musik verstehen mit Prof. Dr. Hartmut Fladt
Fladt ist Musikwissenschaftler und Komponist. In Gerichtsverfahren wird er ob seiner bestialischen Intelligenz oft als Gutachter herangezogen. Bei radioeins analysiert er jeden Montag einen Song und erklärt, warum er so funktioniert, wie er funktioniert."

http://www.radioeins.de/programm/sendung...-dota.html

über das Lied kann man unterschiedliche Meinungen haben, ist sicher nicht Dotas bestes Lied.

Link aufmachen, bissle runter scrollen und dann auf das orange "Start"Zeichen drücken und ein bissle Geduld mitbringen, oder vorspulen...

es gibt auch ein Archiv bei Radioeins mit weiteren Liedern.

Unsre Zukunft verkauft und wir dürfen mit Zinsen daraus uns was borgen...

http://www.kleingeldprinzessin.de/
08-01-2016 22:21
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Jemflower Offline
Moderator
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Beitrag #2
RE: Songanalyse
Wenn ich mir das Fazit durchlese fühle ich mich an das Blabla von Kunstkritikern erinnert.
Ehrlich gesagt gebe ich da nichts drauf.

Sicher kann man musikwissenschaftlich und psychologisch erklären warum ein Song (welche) Leute (und warum gerade jetzt) anspricht, so wie ich dir wahrscheinlich erklären könnte, warum du beim Englisch sprechen einen bestimmten Akzent hast und wie du den mindern könntest. Es gibt aber immer wieder Leute, die ohne diese Hilfe intuitiv akzentfrei Sprachen lernen.

Man kann also unter Umständen sein Songwriting mit diesem Wissen optimieren, aber einige der besten Songs der Beatles (und vieler anderer Musiker) sind entstanden, ohne dass sie bewusst dieses Wissen einsetzten.

Bei Musik gefällt mir etwas oder nicht. Muss ich wissen warum mir eine Musik gefällt?
Ich fürchte mir würde das die Freude verderben.

LG
Laura

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09-01-2016 11:55
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Butterfly* Offline
Stehgeiger
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Beitrag #3
RE: Songanalyse
mich hat es nur fasziniert, was man alles an einem Lied "benennen" kann.
also der Vorgang.
mit seinem Ergebnis komm ich nicht 100%i überein. ich mag Dotas Stimme gerne und ich denke auch nicht, dass sich die Künstler was draus machen oder ihre Lieder überdenken.

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09-01-2016 16:31
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beitrag #4
RE: Songanalyse
Hallo,
danke für den Link. Naja ich bin erwachsen genug um mich über die Meinung von Kritikern hinwegzusetzen, wenn ich sie nicht teile.
Aber die Analysen von Fladt lesen sich doch recht gut.
Die Erklärung von Behemian Rhapsodie ist doch sogar eine Offenbarung.
Wenn ich persönlich ein rotes Auto wollte kaufe ich mir eins. Trotzdem ist doch interessant, warum die meisten metallic-silber und schwarze Innenpolster nehmen.
Richtig toll finde ich sein Statement zu Pierre Boulez. Dessen Kompositionen sind mir deutlich unangenehmer als Zahnschmerzen, auch wenn er gerade wegen seines Todes wieder ganz vorn im Bewusstsein ist und als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten betrachtet wird.
10-01-2016 16:06
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hoggabogges Offline
Godfather of Music
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Beitrag #5
RE: Songanalyse
Der Herr spricht eben über das, worüber er sich vermutlich am besten auskennt: Musik. Nix weiter.Hat in seiner Laufbahn soviel über Musikgeschichte, Theorie usw (mit Sicherheit auch Praxis als Musiker!), dass er Musikstücke in solchener Weise auseinanderpflücken kann, dass dem 'Heimwerker' die Spucke wegbleibt.

...noch einmal jung sein und der frischen Liebe Leid erdulden...
A.D.
10-01-2016 22:55
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Gruselgitarre Offline
Solist
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Beitrag #6
RE: Songanalyse
Interessante Sendung. Erinnert mich an die fachwissenschaftlichen Seminare an der Uni. Smile
Trotz der zweifellos hohen Qualifikation von Prof. Fladt, rate ich dazu nicht alles kritiklos hinzunehmen. Hier mal ein paar Punkte dazu: Am7/11 und G#7/b5 sollen zwei "Jobim-Akkorde" sein (in der Jazzmusik kommen sie aber häufig vor); bei einer Analyse kann man sich schon mal vorher erkundigen wer in der Band was spielt und nicht vermuten, ob das Riff auch von einer Gitarre gespielt werden könnte; "das ist ein Turn-around" (er meint aber die Akkordfolge); wesentliche Effekte wie Verzerrung, Klangfarben und Glissandi erwähnt er gar nicht.

Gut an dem Beitrag finde ich die freundliche Aufgeschlossenheit dem Neuen gegenüber und die Begeisterung für die Musik. Auch bringt er gut den Inhalt des Textes mit seinen Stärken und Schwächen auf den Punkt.

Grüße von Grusel

http://www.lindnergitarre.de
15-01-2016 13:34
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Butterfly* Offline
Stehgeiger
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FT 2007 in Bergneustadt FT  2008  in Mannenbach - CH
Beitrag #7
RE: Songanalyse
du faszinierst mich jetzt mindestens genauso Gruselgitarre! Smile

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http://www.kleingeldprinzessin.de/
16-01-2016 14:05
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beiträge: 13
Registriert seit: Dec 2007
Beitrag #8
RE: Songanalyse
Naja vielen waren solche Akkorde, vor dem Musikgeschehen vor einem halben Jahrhundert in Brasilien, vollkommen unbekannt. Deshalb assoziieren sie diesen Klang mit Stücken wie Wave. Der Begriff Jobim Akkorde ist auch nicht von Fladt
geprägt worden, sondern war immer mal wieder von Musikjournalisten zu lesen.

Turnaround mag vielleicht für den Blueser eine feste Bedeutung haben, die völlig anders ist und sich auf die letzten. 2 Takte bezieht.

Für die Popularmusik bezeichnet Turnaround die ständig sich wiederholende Akkordfolge (Beispiel Popformel / 4 Chord Songs). Das wird auch von anderen Musikwissenschaftlern so und nicht anders bezeichnet. Der Sprachgebrauch des Nischenbereichs Jazz ist wirklich nicht relevant, wenn er Pop seziert.

also ich denke bei Turnaround an 1625 Progression.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17-01-2016 00:52 von Hanjo.)
17-01-2016 00:48
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Gruselgitarre Offline
Solist
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Beiträge: 928
Registriert seit: Oct 2006
Beitrag #9
RE: Songanalyse
Man lernt nie aus, Hanjo. Wo wird denn eine sich dauernd wiederholende Akkordformel (oder die Popformel) als Turnaround bezeichnet? Ist nicht ironisch gemeint, sondern interessiert mich wirklich, denn das habe ich noch nicht gehört.
Den Turnaround (und ich bin kein Jazzer) habe ich im Studium als eine Schlussformel kennengelernt: man kommt durch eine kurze Akkordverbindung (die meistens mit 5 endet) wieder auf den Beginn des Stückes zurück. Eine "sich wiederholende (einfache) Akkordfolge" ist für mich dagegen eben genau das oder eine "Kadenz".

Mich hat der Ausdruck "Jobim-Akkord" besonders deshalb gewundert, weil Prof. Fladt ein Musikwissenschaftler ist. Dort spricht man doch auch nicht vom "Wagner-Akkord" sondern vom "Tristan-Akkord". Das finde ich auch sinnvoll und richtig, denn Richard Wagner hat keine "neuen" Akkorde erfunden, sondern einen bekannten Akkord in seinem Stück "Tristan und Isolde" in einen neuen Zusammenhang gestellt.
Ich habe aber eben noch einmal die Sendung gehört und muss einschränken, dass Fladt auch "Jobim typische Akkorde" sagt, was ich viel besser und passender finde.
Im "Girl von Ipanema" ist genau die Akkordfortschreitung drin, die Fladt meint (Takt 5-6). In "Wave" finde ich sie nicht, aber vielleicht gibt es auch andere Versionen, die ich nicht kenne. Aber es gibt bestimmt Musikwissenschaftler oder Musikjournalisten, die auch dort "Jobim typische Akkorde" finden...

Ich will damit nur, wie gesagt, zum Ausdruck bringen, dass nicht alles richtig sein muss, was ein Professor von sich gibt. Ich kann mir gut vorstellen, dass Fladt das selbst auch so sieht.

LG von Grusel

http://www.lindnergitarre.de
17-01-2016 06:04
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Registriert seit: Dec 2007
Beitrag #10
RE: Songanalyse
Also hier hätten wir bereits den nächsten Musikwisschaftler der den Begriff genauso gebraucht:
http://www.wdr5.de/sendungen/leonardo/er...op100.html
Google bitet aber endlos weitere Treffer.

Eigentlich doch auch klar. Pachelbel hat im 17. Jahrhundert Kanon und Fuge in D-Dur geschrieben auf dessen Akkord-Progression die meisten Popsongs fussen.
Das Stück kann man mit Fug und Recht als Turnaround bezeichnen denn Thema und Akkorde drehen sich immer im Kreis. Egal ob Marley, U2, Beatles, Elvis oder aktuelle Künstler. Pachelbel ist bei einigen Stücken immer rauszuhören.

Der Turnaround im Blues ist dagegen ja eigentlich ein Wortmissbrauch. Eine Schlussformel oder Akkordverbindung ist halt kein Kreisverkehr sondern führt nur zum Anfang hin. Dann kann ich einen turnaround draus machen. Eine echte Schlussformel wäre ja das Gegenteil von Kreisverkehr. Also kein Turnaround.

Dein Wagner Argument stimmt, aber im Pop gibt es durchaus die Bezeichnung nach Komponist. Der Hendrix Akkord ist beispielsweise E7 #9.

Du hast uneigeschränkt recht, wenn Du die Meinung auch bei Professoren hinterfragst. Jeder Begriff der nicht unzweideutig definiert ist, ist interpretierbar und transportiert persönliche Meinung.
17-01-2016 08:47
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Endpin Offline
Quetschklavier-Spieler
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Registriert seit: Mar 2013
Beitrag #11
RE: Songanalyse
Interessante Diskussion, die mich dazu animiert hat, manches neu zu bedenken.

Dabei ist mir z.B. aufgefallen, daß ich Turnaround ausschließlich in Grusel's Sinne verwende, obwohl ich Hanjo's Argumentation durchaus plausibel finde. Allerdings scheint es mir wenig zielführend, den eigentlichen Wortsinn durch Zerpflücken des Begriffs klären zu wollen, da gerade im Englischen Begriffe, die in einem bestimmten Kontext benutzt werden, eine starke Tendenz haben, den regulären Wortsinn in sein Gegenteil zu verkehren.

So hat mir beispielsweise der Begriff Cutaway noch nie eingeleuchtet, denn eine Gitarre, an der der Cut weg ist, ist doch eine Gitarre ohne Cut, oder etwa nicht? Dodgy LG, Endpin

bass, bässer, basso continuo
17-01-2016 14:18
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beitrag #12
RE: Songanalyse
Eigentlich kommt das nur bei Denglish vor. Cut Away ist ja auch wörtlich zu übersetzen: "wegschneiden" das Verb. Das Substantiv bezeichnet also das was weggeschnitten ist bei der Gitarre. Cut wäre ja nur ein Schnitt. Wenn Du Holz sägst wäre es to cut. Wenn du übersetzt "müssen wir die Äste abschneiden" wäre es to cut away.
Der Sprachmissbrauch bei fen Blueser ist ja auch im Verlauf von 100 Jahren entstanden.
Ursprünglich dürfte mit Turnaround das ganze (z.B. 12 taktike) Schema gemeint gewesen sein. Endete man nun nicht auf der Tonika, sondern auf der Dominate, entsteht halt der Druck wieder von vorne anzufangen. also ein Turnaround.
Nun hat es sich aber im Verlauf von 100 Jahren ergeben, genau diesen beiden letzten bestimmenden Takte
aus Tonika und Dominaten mit kunstvollen Läufen und Figuren zu verzieren. Da fehlte eine Bezeichnung. Also hat man sie Turnaround genannt, weil sie ja auch verantwortlich dafür sind, nun einen Turnaround zu haben.

Der Blues Turnaround hat sich immer mehr zur Feature Stelle entwickelt (nachdem einige 10 Takte gedröhnt haben, hier zeigen sie was sie können). Egal ob chromatische Abwärtslinien, ob alterierte Harmonien, da toben sich die Blueser aus.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 17-01-2016 16:36 von Hanjo.)
17-01-2016 15:41
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ov1667 Offline
Godfather of Music
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FT 2004 in Braunschweig FT 2005 in Seitenstetten - AT
Beitrag #13
RE: Songanalyse
@Hanjo

Moin,

"cut" kann ja auch Vergangenheit sein. Dann wäre es "weggeschnitten/ausgeschnitten". Passt doch ...
Etwas lustig ist dann allerdings die Eindeutschung als "DER Cutaway" für etwas, was ja im eigentlichen Sinne nicht mehr da ist Wink
Allerdings wird es auch im englischen Sprachraum so bezeichnet.
Den Turnaround im Blues habe ich begrifflich nicht am Schluss, sondern am Ende des "Schemas" als Übergang zur Wiederholung kennengelernt. Das passt doch auch zum Wort?

Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
(Jean Paul)
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23-01-2016 19:05 von ov1667.)
23-01-2016 19:02
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Hanjo Offline
Boxenträger
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Beitrag #14
RE: Songanalyse
Ich glaube mit dem Turnaround meinen wir beim Blues exakt das Gleiche. Den Begriff Schlussformel hatte ja Gruselgitarre reingebracht. Und ich glaube der ist musikwissenschaftlich richtig.
Er steht ja dann auch nicht im Widerspruch zum Gebrauch des Begriffes Turnaround wie bei Professor Fladt.

In Deutschland verstehen wir unterHaarschnitt die Tätigkeit oder das Ergebnis. Dein neuer Haarschnitt gefällt mir, wäre also genauso gedacht wie beim Cutaway. Stützt also meine These.

Aber ich habe halt auch im Deutschen den Gebrauch nach Der anderen Denke gefunden. Der Rasenschnitt ist neben der Bedeutung der substantivierten Tätigkeit tatsächlich der entstandene Gartenmüll.
19-02-2016 00:51
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Endpin Offline
Quetschklavier-Spieler
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Registriert seit: Mar 2013
Beitrag #15
RE: Songanalyse
@Hanjo: Das läßt Dir jetzt keine Ruhe, hm? Smile

Hatte Dir übrigens nur nicht mehr geantwortet, weil der Cutaway ja eher als Auflockerung gedacht war und nicht vom eigentlichen Thema ablenken sollte. Habe allerdings auch meinen Spaß an derlei unnützen Überlegungen...

Btw ist meine private Theorie dazu, daß es im Deutschen bei der Kompositbildung relativ komplexe, aber doch klare Regeln gibt (wie immer natürlich mit Ausnahmen), im Englischen diese jedoch (zumindest für mich) kaum erkennbar sind. Das hängt sicher damit zusammen, daß Komposita (bis hin zu wahren Kompositmonstern) geradezu eine deutsche Spezialität sind, während sie ins Englische eher unwillig Eingang finden.

So steht z.B. im Deutschen der Schwerpunkt (die Hauptsache) des Kompositums regelmäßig hinten (bzw. rechts), während die Spezifizierung vorangestellt ist. Beispiele: Staubsauger, Sonnenfinsternis, Taxifahrer, Sparschwein... Wink

Schon von daher sind, vom deutschen Sprachempfinden aus beurteilt, sowohl Turnaround, als auch Cutaway, unregelmäßig gebildete (und entsprechend verwirrende) Komposita, denn das, worum's eigentlich geht, steht vorne, bzw. links. Deshalb meinte ich, daß die Anwendung deutscher Sprachlogik hier allzu leicht auf's Glatteis führt. Wie diese Begriffe ein Native-Speaker empfindet, kann ich aber natürlich nicht einschätzen. Sorry für's OT und ein schönes Wochenende, Endpin

bass, bässer, basso continuo
19-02-2016 17:26
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