Faustformel 1:
Jeder Akkord kann mit der gleichnamigen Pentatonik begleitet werden.
Am Am6 Am7 Am7/9 = Am-Pentatonik
C, Cj7, C7, = C-Dur-Pentatonik
Das die C-Dur-Pentatonik rein zufällig die selben Töne hat wie die A-Moll-Pentatonik soll dich erst mal nicht stören.
Akkordname = Pentatonikname.
Faustformel 2:
Will man über einen längeren Zeitraum eine Pentatonik beibehalten, dann nimmt man die Pentatonik der Tonart selbst.
C-Dur:
Akkorde: F C G Dm Am Em
Pentatonik = C-Dur-Pentatonik.
Du hast also die Wahl, die Pentatonik der einzelnen Akkorde zu nehmen, oder die Pentatonik der Tonleiter selbst.
Warum funktioniert das?
[song]
C-Dur = C D E F G A H C D E F G A H C = Am-tonleiter
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Bb-Penta = C D F G Bb C D F G Bb C = Gm-Penta
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F-Penta = C D F G A C D E G A C = Dm-Penta
C-Penta = C D E G A C D E G A C = Am-Penta
G-Penta = D E G A H D E F A H = Em-Penta
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D-Penta = D e F# A H D E F# A H = Bm-Penta
[/song]
Oben hast du die C-Dur-Tonleiter.
Die Töne der einzelnen Pentatoniken der Akkorde passen allen in die C-Dur-Tonleiter rein.
Wenn du die F-Dur Tonleiter spielst verschwindet der G-Dur- und der Em-Akkord. Dafür kommt der Bb-Dur und der Gm-Akkord hinzu.
In der F-dur-Tonleiter wird zudem der Ton H durch ein Bb ausgetauscht.
Ann diesem einen Ton hängt eigentlich alles. Der Ton Bb würde bei einer Improvisation in der C-Dur-Tonleiter zu einem Missklang führen.
Demgegenüber würde der Ton H in der F-Dur-Tonleiter zu einem Missklang führen.
Da aber der C-Dur-Akkord sowohl in der C-Dur-Tonleiter, als auch in der F-Dur-Tonleiter vorkommen kann, kann es vorkommen, das man bei einer Improvisation mit Tonleitrn schon mal das H mit dem Bb verwechselt.
Nicht so bei der Pentatonik. Da wird dieser \"gefährliche Strebeton\" schlicht und ergreifend gemieden.
Das selbe Spiel lässt sich für G-Dur ausführen. F-Dur und Dm verschwinden dafür kommen D-Dur und Hm hinzu. Als Ton wird der Ton F durch ein F# ausgetauscht.
Wieder kommt ein C-Dur-Akkord in einer Tonleiter (diesmal G-Dur-Tonleiter) vor. Würde man das F aus der C-Dur-Tonleiter auch in der G-Dur-Tonleiter spielen so erhält man wieder einen Missklang.
Wenn ich also nur den C-Dur-Akkord habe, dann besteht immer das risiko, dass ich H und Bb oder aber F und F# verwechsle.
Wenn man die beiden Töne beim C-Dur-Akkord meidet, dann hat man die C-Dur-Pentatonik. Und die funktioniert in jeder Tonart, wo ein C-Dur-Akkord üblicherweise vorkommt.
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Das bei einer Tonart C-Dur auch die C-Pentatonik funktioniert, dass sollte einleuchten und stellt nix besonderes dar. Es würde ja auch die ganze C-Dur-Tonleiter funktionieren, warum also nicht eine Pentatonik mit nur zwei Tönen weniger...
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Drei Probleme:
Problem 1: der Blues...
Der Blues notiert Dur-Akkorde, improvisiert aber mit Moll-Pentatoniken.
Beim Blues kannst du also dreierlei versuchen...
Du kannst bei einem Dur-Akkord mit der Moll-Pentatonik improvisieren...
Du kannst auch versuchen mit einer Dur-Pentatonik darüber zu improvisieren (wird aber seltener gemacht)
Du kannst die Moll-Pentatonik des ganzen Stückes verwenden...
(z.B. das Stück ist mit den Akkorden E7 A7 H7 (=E-Dur)
Improvisiert wird beim Blues aber mit der Em-Pentatonik.
Wenn du ganz lustig bist, dann mixt du beim Blues die Dur und die Moll-Pentatonik und du hast eine (von mehreren möglichen) Blues-Scala.
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Problem 2:
Kein richtiges Problem, sondern mehr ein Herumexperimentieren...
Bei der Tonart C-Dur hast du die Akkorde : F-Dm, C-Am, G-Em
mit den drei Pentatoniken F-Penta (= Dm-Penta), C-Penta (=Dm-Penta), G-Penta (Em-Penta)....
Faustformel war: Akkordname = Pentaname oder Tonleitername = Pentaname...
Aber es lohnt der Versuch, auch einen der anderen beiden Pentatoniken über das ganze Stück zu legen. Wieder gilt das was ich schon oben gesagt habe: Wenn die ganze Tonleiter klappt, dann müsste es doch auch mit einem Teil der Tonleiter klappen...
Das Ergebnis kann aber sehr bescheiden sein, ist daher nur was für Experimente.
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Dritte Problem:
Jeweils eine Dur-Pentatonik und eine Moll-Pentatonik haben die selben Töne.
Eigentlich nichts besonderes, denn das kennen wir schon von den Tonleitern. Die C-Dur-Tonleiter hat die selben Töne wie die A-Moll-Tonleiter. Trotzdem nennt man die Tonleiter bei der C-Dur der Grund-Akkord ist eine Dur-Tonleiter und sollte Am den Ton angeben dann ist es eine Moll-Tonleiter, obwohl beide mit den selben Tönen arbeiten.
Bei der Pentatonik ist es das selbe.
C D E G A ist eine C-Dur-Pentatonik, wenn ein C-Dur-Akkord oder eine C-Dur-Tonleiter gespielt wird.
C D E G A ist eine Am-Pentatonik, wenn ein Am-Akkord oder eine Am-Tonleiter gespielt wird.
\"Wenn jedoch ein Am-Akkord bei einer C-Dur-Tonleiter gespielt wird?\" Das ist Jacke wie Hose... oder Sch* egal!
Das Problem liegt darin, das die Leute, die etwas über Pentatoniken schreiben oft alles durcheinanderbringen.
Z.B. lese ich immer mal wieder, dass
C D E G A eine A-Dur-Blues-Pentatonik sei...
Dabei wissen wir ja jetzt: Blues: A7 gegriffen: Am-Penta gespielt
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Also nochmal:
Akkordname = Pentaname
Tonleitername = Pentaname
Beim Blues sind zwar Dur-Akkorde notiert, es wird aber meist die Moll-Pentatonik davon genommen.
Dur-BluesAkkord = Moll-Penta...
Dur-BluesTonleiter = Moll-Penta...
Die Regell ist nicht so sklavisch, dass nicht Raum für Experimente möglich ist.
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Das ist eine verkürzte Version des
PentatonikWorkshop
Gruß Mjchael
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Forumstreffen 08.-10. September 2006 in Neuerburg/Eifel