KingErnie
Quetschklavier-Spieler
 
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so, ich dachte ich setz noch einen drauf zu diesem thema um mal meine eigene sichtweise zu erläutern.
erstmal noch ein bisschen theorie:
um mit den modes richtig umgehen zu können muss man sich zuerstmal anschauen, wo genau die unterschiede zwischen ihnen liegen - denn diese machen ja den eigentlich klang aus den man erzeugen möchte.
dazu bilden wir mal alle verschiedenen modes vom selben grundtton aus - für den anfang natürlich C:
[song]C D E F G A B <- ionisch (dur) C-Dur
C D Eb F G A Bb <- dorisch \"Bb-Dur\"
C Db Eb F G Ab Bb <- phrygisch \"Ab-Dur\"
C D E F# G A B <- lydisch \"G-Dur\"
C D E F G A Bb <- mixolydisch \"F-Dur\"
C D Eb F G Ab Bb <- äolisch (moll) \"Eb-Dur\"
C Db Eb F Gb Ab Bb <- lokrisch \"Db-Dur\"[/song]
rechts seht ihr, auf welche Durtonleiter der jeweilige modus zurückzuführen wäre.
um etwas ordnung reinzubringen unterteilen wir den ganzen haufen in 2 Teile die wir uns genauer anschauen
1. die \"Dur\" modi
vergleichen wir mal den ionischen mit dem lydischen und dem mixolydischen modus:
alle drei modi haben eine grosse terz, diese produziert einen freundlichen klang und ist charakteristisch für alle Dur-akkorde, deshalb fassen wir diese modi als DUR-modi zusammen. lydisch und mixolydisch unterscheiden sich von dem \"gewöhnlichen\" dur nur durch jeweils einen ton (#4 bzw. b7)
2. die \"MOLL\" modi
äolisch, dorisch und phrygisch haben eine kleine terz, die klingt eher traurig und vereint diese drei zu den moll-modi. äolisch ist das \"normale\" moll, dorisch und phrygisch unterscheiden sich wieder nur in jeweils einem ton davon (b2 bzw. 6)
3. der lokrische modus
dieser ist der arme outsider der modi, hat zwar auch eine kleine terz - klingt aber durch die b5 eher sehr schräg als traurig, er wird den verminderten akkorden zugeordnet - aber dazu vielleicht später mal mehr.
um mit diesem wissen auch arbeiten zu können schaun wir uns mal einen ausschnitt des griffbretts an:
[song]D|-6--|-b7-|-7--|-1--|----|
A|-3--|-4--|-#4-|-5--|-b6-|
E|----|-1--|-b2-|-2--|-b3-| [/song]
hier sehen wir alle relevanten intervalle, ausgehend von einem beliebigen grundtton \"1\" auf der E-saite über eine oktave
(dieses schema gilt auch für einen grundton auf der A-saite, ab der d-saite wird es durch die unterschiedliche stimmung zwischen g und h saite verschoben - aber für den anfang reicht es auch so)
mit diesem überblick legen wir uns nun mal alle Dur-modi zurecht:
[song] ionisch (dur)
|-6-|---|-7-|-1-|---|
|-3-|-4-|---|-5-|---|
|---|-1-|---|-2-|---|
lydisch
|-6-|---|-7-|-1-|---|
|-3-|---|#4-|-5-|---|
|---|-1-|---|-2-|---|
mixolydisch
|-6-|b7-|---|-1-|---|
|-3-|-4-|---|-5-|---|
|---|-1-|---|-2-|---|[/song]
und gleich noch alle moll-modi:
[song] äolisch (moll)
|---|b7-|---|-1-|---|
|---|-4-|---|-5-|b6-|
|---|-1-|---|-2-|b3-|
dorisch
|-6-|b7-|---|-1-|---|
|---|-4-|---|-5-|---|
|---|-1-|---|-2-|b3-|
phrygisch
|---|b7-|---|-1-|---|
|---|-4-|---|-5-|b6-|
|---|-1-|b2-|---|b3-| [/song]
im prinzip müsst ihr also nur die Dur- und die moll- skala lernen, und euch für die anderen modi jeweils nur einen ton merken der sich ändert
um ein gefühl dafür zu kriegen würde ich vorschlagen alle modes von einem grundtton aus ein paarmal rauf und runter zu spielen und sich den jeweilligen klang zu verinnerlichen.
wahrscheinlich denkt jetzt der eine oder andere, das diese patterns für ein richtiges solo ein bisschen zu kurz geraten sind - wie man damit richtig fies loszocken kann erklär ich demnächst, aber vorsicht, wir nähren uns schleichend dem Jazz
PS: wollte eigentlich garnicht so weit ausholen, wies aussieht wird ein workshop draus - falls es überhaupt jemanden interessiert!
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| 08-07-2006, 14:59 |
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