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Stimmungsproblem - Druckversion +- Das große deutschsprachige Gitarrenforum (https://gitarrenboard.de) +-- Forum: Musikboard (https://gitarrenboard.de/forumdisplay.php?fid=4) +--- Forum: Spieltechnik (https://gitarrenboard.de/forumdisplay.php?fid=8) +--- Thema: Stimmungsproblem (/showthread.php?tid=27711) Seiten:
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RE: Stimmungsproblem - MadMoses - 04-04-2010 Folgendes Problem. Ich spiele seit ein paar Monaten mit einem Gitaristen zusammen, dieser hat aber seine Akustikgitarre auf C# runtergestimmt, weil er behauptet alle Songs wären ihm sonst zu hoch. Es klingt auch hervorragend, allerdings ist das Komische daran, dass er eigentlich eine relativ hohe Stimme hat. Wir haben schon rumgebastelt mit dem Capo in jeder erdenklichen Position, aber die Stücke singt er in C# einfach am besten. Ich will meine Gitarre nicht auf C# runterstimmen, weil sonst kann ich nichts anderes mehr damit spielen, aber wenn wir dann die Akkorde eines Stückes um 3 halbtöne transponieren, damit es wieder zusammenpasst, hab ich natürlich fast nur Bare`-Akkorde. Bei einer geplanten Setlist von ca. 2h Spielzeit halt ich das nicht durch mit der linken Hand. Wie können wir das Problem lösen. Zudem die Songs die ich spiele natürlich von Normalstimmung ausgehen. Ist die einzige Lösung jeder 2 Gitarren oder gibts da abhilfe? Meine Harmonielehre Kenntnisse sind da nicht weit genug ausgeprägt (nicht vorhanden ) Wie gesagt, er hat eigentlich keine tiefe Stimme, aber in jeder anderen Tonart klingts nicht so gut. Woran liegt das? Jemand ne Idee - DeeDee - 04-04-2010 Das ist ein wenig verwunderlich, denn die Tonlage des Sängers hat eigentlich wenig mit der Tonart zu tun. Es kommt eher drauf an, wo der höchste und tiefste ton ein Liedes sind, und wo der Schwerpunkt des Gesangs liegt. Verschiedene Lieder sind (bei gleicher Tonart) verschieden hoch. Falls ihr dennoch bei C# bleiben wollt, dann spiel alles in C (Normalstimmung) mit Kapo +1. Dann sinds auch nicht so viele Barree-Griffe Grüßle DeeDee - Aulandpicker-geloescht - 05-04-2010 Der Inhalt dieses Posts wurde auf Wunsch des Verfassers gelöscht. - reliewsche - 05-04-2010 Zitat: Original von Aulandpicker:Mit dem Urteil würdest du gerade die Hälfte meiner Setlist zerschießen. Bei meinem miserablen Stimmumfang könntest du genau so sagen, ich soll das Singen ganz sein lassen. Also, ich bin überhaupt nicht der Meinung. Interpretation heißt nicht alleine nur Reproduktion. Wobei .. mit feige kann ich leben :-D Stefan - Pida - 05-04-2010 Es wäre interessant, mal was von euch zu hören. Nur dann ließe sich genaueres zur Tonartproblematik sagen. Wenn ihr z.B. mit der runtergestimmten Gitarre alles auf F spielt, sollte auch eine normalgestimmte Gitarre passen, wenn ihr auf D spielt. Aber vllt. ist es ja einfach der tiefere Klang der Gitarre selbst, der euch besser gefällt? Ein Problem sehe ich im Runterstimmen nicht; die Lösung für deine Gitarre (Kapo) wurde ja schon angesprochen. Alternativ könntest du vielleicht einen Halbton runterstimmen. Es kann sogar ganz vorteilhaft sein, bei einer Besetzung ohne Bass noch eine runtergestimmte Gitarre dabei zu haben. Es gibt - speziell bei Leuten, die eher aus der Klassik kommen - eine Tendenz, Stücke keinesfalls zu transponieren. Das mag damit zu tun haben, dass ein paar wenige Leute (und vermutlich überproportional viele Berufsmusiker) bestimmte Charakteristiken der Tonarten wahrnehmen können - D klingt dann anders als G, auch wenn in beiden Tonarten I - IV - V- I gespielt wird. Ich denke aber nicht, dass euer Publikum sich an transponierten Stücken stören würde. Simon & Garfunkel spielen einige ihrer Songs heute auch in anderen Tonarten als vor 40 Jahren; den meisten Zuhörern dürfte das nicht bewusst sein. Gruß Pida - ghetto - 05-04-2010 Zitat: Original von Pida:Es gibt - speziell bei Leuten, die eher aus der Klassik kommen - eine Tendenz, Stücke keinesfalls zu transponieren. Das mag damit zu tun haben, dass ein paar wenige Leute (und vermutlich überproportional viele Berufsmusiker) bestimmte Charakteristiken der Tonarten wahrnehmen können - D klingt dann anders als G, auch wenn in beiden Tonarten I - IV - V- I gespielt wird.Einspruch! Ein Laienpublikum nimmt sicher nicht bewusst wahr, dass ein Stück von der Originaltonart in eine andere Tonart rauf- oder runtertransponiert wurde. Unbewusst spielen diese von dir angesprochenen \"Charakteristiken der Tonarten\" aber bei jedem Zuhörer eine Rolle und kann sogar den Unterschied zwischen sehr gut und nur so mittelmäßig Gefallen ausmachen. Mir selbst sind diese Unterschiede schon in einem sehr frühen Stadium aufgefallen. Bis heute habe ich aber nicht herausgefunden, ob diese Charakteristiken eine Eigenschaft der verwendeten Instrumente bzw. Stimmen sind, oder ob sie wirklich nur mit der gewählten Tonart zusammenhängen. Auf jeden Fall ein interessantes Thema, über das ich gerne mehr Meinungen und Ansichten lesen möchte! Gruß, - DeeDee - 05-04-2010 Für ghetto: Vor laaaanger Zeit hatten wir mal da was (mensch, was ich mir alles merken kann! I) ) Grüßle DeeDee - Aulandpicker-geloescht - 05-04-2010 Der Inhalt dieses Posts wurde auf Wunsch des Verfassers gelöscht. - reliewsche - 05-04-2010 Reden wir hier wirklich über Tonarten oder wie sich diese auf der Gitarre anhören? 1. Unterscheiden muss man eine natürliche Tonleiter und die temperierte Stimmung, wie wir sie ja als Kompromisslösung auf der Gitarre haben. Wenn ein Klavier natürlich gestimmt ist, hören sich die Tonarten logischerweise unterschiedlich an und haben völlig andere Charakteristika. Und auch Leute, die ein (fast) absolutes Gehör haben, können noch Tonarten temperiert unterscheiden. Die allermeisten Leute können das nicht, da schließe ich mich mal ein. 2. Wie jetzt nun auf der Gitarre die Akkorde gegriffen werden und damit die Verteilung der Einzeltöne, das ist wieder was ganz anderes. Da hör auch ich jetzt, was jemand spielt. Und das führt mich auch zum Widerspruch, dass sich ein Blues nur in E oder A anhört, denn es gibt eine Menge Dinger, die auf Dropped-D oder Open D-Stimmungen (bzw. Open G) aufgenommen wurden. Wo ein Bottleneck verwendet wird, ist das gar nicht unüblich. Was mich dazu bringt, dass das keine Frage der Tonart, sondern der Gitarre ist. 3. Ob eine Transponierung ins Auge geht oder nicht, liegt m.E. nicht in der Tonart, sondern anderen Einflüssen begründet. Wenn ich ein Stück von Alt auf Bass transponiere (oder so ähnlich, ich kenn mich mit den Lagen nicht so aus, tut aber für das Beispiel nix zur Sache), dann ist das Stück alleine dadurch verändert, dass sich ein Bass nun einmal völlig anders anhört als ein Alt. Was aber dennoch zu einer hervorragenden Version führen kann, wenn man dies berücksichtigt. Stefan - Aulandpicker-geloescht - 05-04-2010 Der Inhalt dieses Posts wurde auf Wunsch des Verfassers gelöscht. - reliewsche - 05-04-2010 Peter, keine Sorge, ich sehe die Diskussion hier sportlich. Da darf dann auch schon mal \"scharf geschossen\" werden, solange keine Beleidigungen dabei sind - und das war ja nicht. :-D Eben darum ging es mir, dass man das auseinanderhält. Die Gitarre hat Restriktionen, die man auch berücksichtigen muss. Transponierungen mit Capo im 7. Bund finde ich meist ätzend und auch, wenn man in D landet, aus einem Grunde aber nen Basslauf braucht, dann landet das bei mir meist in der Tonne. Allerdings kann ich das für die Stimme immer noch nicht nachvollziehen, denn da gibt es diese Einschränkungen m.E. nicht. Da ist die Einschränkung eben die Stimme, die man hat und da sollte man es m.E. ruhig mit Transponieren versuchen. Mir jedenfalls bleibt zum Teil nichts anderes übrig und ich denke, so schlecht mach ich das gar nicht, wenn man mal weglässt, dass meine Stimme immer noch dieselbe bleibt und ich kein geborener Sänger bin. Daher mein Appell an alle Amateure: Probieren .. es gibt so viel, was man falsch machen kann (schleppend, schief oder aus dem Takt singen), dass das Transponieren das geringste Problem ist I) Stefan - Pida - 05-04-2010 Es ist schwer, sich über diese Dinge zu unterhalten, da leicht einiges durcheinandergebracht wird. Im ersten Beitrag des von DeeDee verlinkten Thread gings um einen bestimmten Charakter von C-Dur in kirchlicher Musik... Ich könnte mir vorstellen, dass damit eigentlich nicht Tonarten, sondern Kirchentonleitern/ Modes gemeint waren. Dass die Tonart selbst für viele Hörer relevant für das (Nicht-) Gefallen von Musik sein soll, kann ich mir einfach nicht vorstellen; dafür sehe ich zu viele Gegenbeispiele (an die Leute, welche die gegenteilige Auffassung vertreten: Wo habt ihr das denn beobachtet?) und auch Ungereimtheiten: - Die Definition der Tonarten hat sich mit der Zeit geändert: Von unterschiedlichen Stimmungen abgesehen, schwankte je nach Region und Epoche der Kammerton zwischen 392 und 466 Hz. Das ist eine Menge... Sollte hieraus nicht ein echtes Problem resultieren, wenn ein altes Stück für die Charakteristiken des (heutigen) G-Dur geschrieben wurde und es plötzlich im (heutigen) A-Dur erklingt? - Heute wird häufig z.B. nach einem Klavier gestimmt, so dass man auch nach den Definitionen unserer Zeit in gar keiner echten Tonart landet. Vor einigen Jahrhunderten war es um die Stimmung der Instrumente wohl nicht besser bestellt. - In einer Coverband hatten wir lange Zeit ein zweiteiliges Set; in der zweiten Hälfte wurden die Gitarren runtergestimmt. Eine besondere Reaktion des Publikums auf die schrägen Tonarten wie Gb-Dur und ab-moll konnte ich nicht bemerken. Auch viele Stratspieler in klassischen Trios stimmen folgenlos einen Halbton runter, weil es der Mensur und den Songle Coils entgegen kommt (was bei einer LP anders aussieht - ist SRV gerade deshalb populärer als Les Paul?). - Andersrum kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Songschreiber dieser Welt ihre Stücke bewusst des Charakters der Tonart wegen so überproportional häufig in einfachen Tonarten schreiben. Oder dass bläser-dominierter Jazz halt in b-Tonarten besser klingt, während es sich bei gitarrenlastigem Pop umgekehrt verhält (Hinweis: Viele Blasinstrumente sind in den Tonarten einfacher zu spielen, die Gitarristen meiden wie der Teufel das Weihwasser). - Das Beispiel von Simon & Garfunkel hatte ich schon angeführt, auch hier habe ich keine Beschwerden gehört (diese hätten ja z.B. in den Rezensionen jüngerer Livealben auftauchen können). - Im Metal kam mal jmd. auf die Idee, seine Gitarre runterzustimmen - plötzlich war nicht mehr alles in e, sondern in eb. Dann ist jemand einen Schritt weitergegangen, und so ging es immer weiter. So konnte man immer fettere Riffs mit Pedalton spielen, bis man irgendwann beim A oder H gelandet ist (weiter runter macht keinen Sinn, da die eine Oktave tiefere Saite des Basses nicht mehr wirklich wiedergegeben werden könnte). Hätte man da nicht beobachten müssen, dass ganze Alben unter der Tonartwahl gelitten haben? @Aulandpicker: Meinst du nicht, dass das Beispiel mit dem Blues eher mit den Voicings auf der Gitarre zu tun hat? Was ist z.B. mit einem Blues in A, der (mittels Kapo oder Hochstimmen) einfach um drei Bünde nach oben verschoben wird? Ich nehme jetzt mal an, dass du kein absolutes Gehör hast. Hast du das schonmal probiert? Kannst du beschreiben, was sich dann für dich verändert? Gruß Pida - Aulandpicker-geloescht - 05-04-2010 Der Inhalt dieses Posts wurde auf Wunsch des Verfassers gelöscht. - Pida - 05-04-2010 Hallo nochmal, wir haben eben kreuz-gepostet: Beim Absenden meiner letzten Beitrags hatte ich die zwei Beiträge davor nicht gelesen. Zitat:...ich sprech nur davon wie es sich auf der Gitarre anhört, spiel ja auch Gitarre und sing dazu. [...] Das ist meine einzige Logik die ich verstehe, der Rest ist für mich \"hören\", was klingt auf meiner Git und mit meiner Stimme gut, und was nicht.Was die Gitarenlogik angeht, da sind wir uns wohl einer Meinung. Wenn man ein Riff in e mit Pedaltönen auf der offenen Leersaite irgendwie nach d transponiert, ohne umzustimmen, bleibt nicht mehr viel Power übrig. Zitat:@Pida - Blues in A mit Capo auf der 3 - ja das kann ich beschreiben, jetzt kling er in C und für mein Gehör absolut bes.......Dann nimmst du wohl wirklich - über die Gitarrenlogik hinaus - sowas wie den Charakter einer Tonart war. Mich würde wirklich interessieren, woran das liegt und wie vielen Leuten es ähnlich geht. Das ist ja ein für Covermusiker ganz wichtige Frage. Zum Glück beobachte ich Vergleichbares bisher weder bei mir selbst noch bei meinen Zuhörern. Daher denke ich, wie ich schon ausführlich beschrieben habe, dass sowas nicht weit verbreitet ist. In deinem konkreten Fall könnte ich mir vorstellen, dass sich die Standard-Bluestonarten ins Gehör eingebrannt haben (ein _wenig_ Richtung absolutes Hören); beim Popsong Sound of Silence bist du ja toleranter. Gruß Pida - reliewsche - 06-04-2010 Öm .. sind wir wirklich wieder beim Charakter einer Tonart? Auf einer quasi temperierten Gitarre? Ich denke, die Gitarre hört sich einfach 3 Bünde kleiner an. Soweit kann ich folgen. |